Können Sie sich uns kurz vorstellen?

 

Ich bin zwar in Österreich geboren, bin aber seit meiner frühesten Kindheit in Berlin. Hier bin ich zur Schule gegangen, habe an der Universität der Künste mein Studium mit dem Staatsexamen für das Lehramt Kunst abgeschlossen und 2005 meinen Meisterschüler bei Dieter Hacker gemacht. Ich arbeite und lebe mit meiner Familie in Berlin. Ich bin eigentlich Malerin, bin aber auch in anderen Bereichen kreativ: Keramik, Textilien, Holz…

 

Weisses Kleid

Weißes Kleid, 2015, Acryl auf Leinwand, 160 x 110 cm

 

Wie kamen Sie zur Kunst?

 

In meiner Familie spielte Kunst nie eine Rolle. Mein Interesse für Kunst wurde in der Schule geweckt, da ich das große Glück hatte, eine Schule zu besuchen, in der es neben dem normalen Unterricht viele Angebote gab, die unsere Kreativität förderten und die Möglichkeit boten, Materialien und Techniken auszuprobieren. Dort habe ich entdeckt, dass die künstlerische und kreative Gestaltung meiner Umgebung meine Leidenschaft ist. Wenn ich nicht male, muss ich nähen, bauen und zur Not auch mal Wände einreißen und an anderer Stelle wieder aufbauen.

 

Träumerin

Träumerin, 2008, Acryl auf Leinwand, 125 x 200 cm

 

Wie würden Sie Ihre Kunst beschreiben?

 

Meine Bilder zeigen fast immer eine einzelne weibliche Figur: Frauen in stillen, traumwandlerisch entrückten Posen. Selten sind Gegenstände im Bild. Es gibt keinen Raum, in dem sich die Figur befindet, der Hintergrund ist harmonische Farbfläche. Die Kleidung der Figuren ist zurückhaltend, zeitlos. So lenkt nichts Überflüssiges von der Figur ab. Meine Szenen wirken auf den ersten Blick wie Schilderungen banaler Alltagsposen – Frauen im Viertelprofil, die zur Seite gucken, Frauen, die an sich hinunter schauen. Doch die scheinbar einfachen und schnell zu erfassenden Motive entpuppen sich auf den zweiten Blick meist als rätselhafte, unergründliche Traumwelt – Kreise, die als Muster auf den Kleidern beginnen und auf den Malgrund übergehen oder Fäden, die außerhalb des Bildraumes der Figur liegen, nämlich auf der Leinwand. Das Spiel mit der Wirklichkeit, ein leiser Humor und Poesie sind die Charakteristika meiner Malerei.

 

Leserin VIII

Leserin VIII, 2014, Acryl auf Leinwand, 80 x 90 cm

 

Welche Bedeutung haben die Frauen in Ihren Gemälden?

 

Die Frauen, die ich male, sind immer irgendwie ich selbst. Eine Zeit lang habe ich ausschließlich mich selbst gemalt. Mittlerweile male ich andere Modelle, die aber dann doch wieder nach mir aussehen. Dabei sollen das keine Selbstporträts im klassischen Sinne sein. Vielmehr vermeide ich typische Merkmale und hoffe damit möglichst viele Identifikationsmöglichkeiten für die Betrachter meiner Bilder zu schaffen. Nie blicken die Frauen den Betrachter an, meist sieht man sogar nur wenig von ihren Gesichtern. Auch das soll es dem Betrachter erleichtern, in das Bild einzutauchen und seinen eigenen Gedanken nachzugehen. Einerseits kann man so ungehindert beobachten und andererseits hat man so mehr Interpretationsmöglichkeiten und sieht vielleicht sogar sich selbst in der Figur.

 

Blumenkleid

Blumenkleid, 2013, Acryl auf Leinwand, 80 x 100 cm

 

Inwiefern beeinflussen politische Geschehnisse Ihr künstlerisches Werk?

 

Politische Geschehnisse beeinflussen mein Werk nicht. Alles, was ich mache ist eher von persönlichen Erlebnissen und Gefühlen geprägt.

 

Rote Farben (Tanja)

Rote Farben (Tanja), 2013, Acryl auf Leinwand, 65 x 55 cm

 

Welche Künstler bewundern Sie?

 

Viele! Edward Hopper beispielsweise bewundere ich für die Leere und Stille in seinen Bildern. René Magritte schätze ich wegen seines genialen Spiels mit der Wirklichkeit. Und ich liebe Peter Doigs Malerei und Farbigkeit.

 

Karoline Kroiß auf Singulart: https://www.singulart.com/de/k%C3%BCnstler/karoline-kroi%C3%9F-242

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