Interviews

Im Gespräch mit der Künstlerin Annette Jellinghaus

Wie kamen Sie zur Kunst ?

Natürlich habe ich als Kind sehr gerne gezeichnet. Ich habe alles Mögliche ab- und nachgezeichnet und Farbe konnte mich auch immer begeistern. Nun wurde mir allerdings in meinem nächsten Umfeld immer wieder vermittelt, dass ein gewisser finanzieller Wohlstand anzustreben ist. Viele Jahre war ich in der Architektur tätig und es waren immer die kreativen Aufgaben die mich fesselten. Eine Zeit, in der die erste Zeichnung, der erste Entwurf, auf „Butterbrotpapier“entstand.

Frühjahrswirbel

Frühjahrswirbel, 2013, Acryl mit Leinwand, 100 x 100 cm

Räume für Menschen zu schaffen machte mir Freude.
Als ich dann an den ersten Kunstkursen teilnahm, stellte ich sehr schnell fest, dass die Malerei das ist, was zu mir gehört, etwas, was ich tun muss, was meine Aufgabe ist. Hier konnte ich meine Grenzen und Kriterien selber festlegen. Viele Bilder hatte ich im Kopf, sie ließen sich aber nicht sogleich umsetzen, denn auch das Handwerk gehört dazu. So bewegte ich mich einige Jahre auf mehreren Bühnen und verfolgte intensiv mit Entschlossenheit meine malerische und zeichnerische Ausbildung.

Welche Ideen vertreten Sie in Ihrer Kunst?

Meine Malerei kommt aus dem Erlebten, den Erinnerungen an Orte, meinen Gefühlen, ohne dabei konkret zu werden, ohne das Gesehene als realistisches Bild darzustellen. Für die Geschichten aus meinem Kopf habe ich eine ganz eigene Sprache entwickelt und daher kann ich meinen Bildern auch Alles erzählen. Das ist einfach wunderbar. Es ist meine Sprache in verschlüsselter Form und dennoch gibt sie dem Betrachter die Möglichkeit der eigenen Interpretation.

Un-Ordnung 05

UN-ORDNUNG 005, 2012, Acryl, Pastell, Bleistift Kreide auf Papier, 76 x 56 cm

Wie gehen Sie vor, wenn Sie an einem neuen Werk arbeiten?

Ich arbeite spontan und intuitiv, gehe auf den Prozess des Entstehens ein und verlasse dabei den realen Raum. Ich bewege mich in einem Raum losgelöst von der visuell wahrgenommenen Realität.

Leichtigkeit liegt in der Luft

Leichtigkeit liegt in der Luft, 2017, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Was bedeutet Ihnen die Kunst?

Emotionalität spürbar machen, Gefühle auszulösen. Das kann Freude sein aber auch nachdenklich stimmen, neugierig machen, Ruhe bringen, traurig machen, lebendig sein. Das Alles fügt sich in einem Werk zu einer harmonischen und ausgeglichenen Gesamtkomposition zusammen.

Ein Tag im März

Ein Tag im März, 2013, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm

Wie kann man sich Ihr Atelier vorstellen?

Mein Atelier ist ein großer Raum mit viel freier Fläche und viel Tageslicht. Menschen, die mich besuchen bemerken oft, dass es recht aufgeräumt wirkt. Das ist wichtig für mich, denn ich brauche zum Arbeiten einen neutralen Raum, einen Ort, der mich nicht ablenkt.

Annette Jellinghaus auf Singulart:https://www.singulart.com/de/k%C3%BCnstler/annette-jellinghaus-1721

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