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Meisterwerke: Der Kuss von Gustav Klimt

Gustav Klimts Meisterwerk Der Kuss ist ein Paradebeispiel für seine sogenannte „Goldene Periode“ und definiert die Malerei des Jugendstils. Mit gleichermaßen sinnlichen wie üppigen Gold- und Silberornamenten und der ikonischen Komposition ist das Gemälde heute sowohl ein universelles Symbol für romantische Liebesbeziehungen als auch eines der berühmtesten Werke der Kunstgeschichte. In diesem Beitrag wirft Singulart einen genaueren Blick auf Klimts Karriere, die Inspirationsquellen für seine „Goldene Periode“ und auf Der Kuss selbst.

Wer war Gustav Klimt?

Gustav Klimt (1862-1918) war ein österreichischer Künstler und Mitbegründer sowie Leiter der Künstlervereinigung Wiener Secession, deren Werke den Jugendstil in der Malerei definieren sollten. Klimt wurde 1862 in Baumgarten (heute ein Wiener Bezirk) geboren und war der Sohn eines Gold- und Silbergraveurs. Er sollte ursprünglich in die Fußstapfen seines Vaters treten, begann aber mit 14 Jahren ein Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien, wo er verschiedene Fächer belegte, darunter Freskenmalerei und Mosaikkunst. Während seines Studiums verbrachte er viel Zeit damit, die Werke alter Meister in den Wiener Museen zu kopieren. Mit seinem Bruder Ernst, der ebenfalls Kunst studierte, verkaufte er Porträts und fertigte zudem technische Zeichnungen für einen Ohrenarzt an. All das trug dazu bei, dass Klimt das Darstellen der menschlichen Form schließlich meisterhaft beherrschte.

Gustav Klimt, artist behind The Kiss

Nach Abschluss seines Studiums eröffnete er 1883 sein eigenes Atelier, wobei er sich auf Wandmalerei spezialisierte. Sein Frühwerk war klassisch im Sinne der akademischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Dies ist unter anderem an seinen Wandmalereien für das Wiener Burgtheater (1888) zu sehen, für die er von Kaiser Franz Josef mit dem Goldenen Verdienstorden ausgezeichnet wurde.

Um die Jahrhundertwende galt sein Interesse der menschlichen und insbesondere der weiblichen Form, und so schuf er eine Reihe von erotischen Zeichnungen von Frauen. Von da an negierte Klimt die Ansprüche der klassischen Malerei, die menschliche Form korrekt und schicklich darzustellen. Er begann Themen wie das menschliche Verlangen, Träume und Sterblichkeit in symbolträchtigen Kompositionen zu erkunden, die seinen Stil definieren sollten. Trotz des anhaltenden Einflusses der Regierung und des Kunstbetriebs der Stadt samt ihren konservativen Vorstellungen war Wien zu dieser Zeit auch eine Drehscheibe des unkonventionellen künstlerischen Schaffens. Klimts Werke reihen sich somit in die Experimente anderer avantgardistischer Kulturschaffender wie Otto Wagner, Gustav Mahler und auch Sigmund Freud ein.

Klimt's mural above the Grand Staircase in the Vienna Burgtheater. His early work before the Kiss was classic in nature.
Klimts Wandbild über der Großen Treppe im Wiener Burgtheater

Um die Jahrhundertwende galt sein Interesse der menschlichen und insbesondere der weiblichen Form, und so schuf er eine Reihe von erotischen Zeichnungen von Frauen. Von da an negierte Klimt die Ansprüche der klassischen Malerei, die menschliche Form korrekt und schicklich darzustellen. Er begann Themen wie das menschliche Verlangen, Träume und Sterblichkeit in symbolträchtigen Kompositionen zu erkunden, die seinen Stil definieren sollten. Trotz des anhaltenden Einflusses der Regierung und des Kunstbetriebs der Stadt samt ihren konservativen Vorstellungen war Wien zu dieser Zeit auch eine Drehscheibe des unkonventionellen künstlerischen Schaffens. Klimts Werke reihen sich somit in die Experimente anderer avantgardistischer Kulturschaffender wie Otto Wagner, Gustav Mahler und auch Sigmund Freud ein.

Um die Jahrhundertwende galt sein Interesse der menschlichen und insbesondere der weiblichen Form, und so schuf er eine Reihe von erotischen Zeichnungen von Frauen. Von da an negierte Klimt die Ansprüche der klassischen Malerei, die menschliche Form korrekt und schicklich darzustellen. Er begann Themen wie das menschliche Verlangen, Träume und Sterblichkeit in symbolträchtigen Kompositionen zu erkunden, die seinen Stil definieren sollten. Trotz des anhaltenden Einflusses der Regierung und des Kunstbetriebs der Stadt samt ihren konservativen Vorstellungen war Wien zu dieser Zeit auch eine Drehscheibe des unkonventionellen künstlerischen Schaffens. Klimts Werke reihen sich somit in die Experimente anderer avantgardistischer Kulturschaffender wie Otto Wagner, Gustav Mahler und auch Sigmund Freud ein.

Was ist in Der Kuss zu sehen?

Der Kuss ist das wohl bedeutendste und bekannteste Werk von Klimt. Es zeigt ein Paar, das sich am Rand einer Wiese umarmt. Der Kopf des Mannes ist vom Betrachter abgewandt, während er die Frau auf die Wange küsst. Sie hat ihre Augen geschlossen und den Kopf geneigt, während der Mann ihr Gesicht in beiden Händen hält. Sie kniet, wobei ihre Zehen den Rand der ornamentreichen Wiese berühren. Das Paar hält sich umschlungen und ist in Roben gehüllt, die mit goldfarbenen Ornamenten im Jugendstil verziert sind, was eine sehr sinnliche, atmosphärische Komposition schafft. Der Kuss veranschaulicht viele der Themen, die Klimts Gesamtwerk durchziehen: Liebe, Intimität und Sexualität.

The Kiss (Lovers), oil and gold leaf on canvas, 1907–1908.
Der Kuss (Liebende), Öl und Blattgold auf Leinwand, 1907-1908.

Inspirationsquellen für Klimts „Goldene Periode“ und Der Kuss

Klimts Verwendung von feinsten Materialien und die meisterhafte Kunstfertigkeit in seinen Gemälden während der „Goldenen Periode“, wie etwa der Einsatz von Blattgold und Blattsilber in Der Kuss, hat seine Wurzeln nicht nur in der byzantinischen Kunst, sondern erinnert auch an die Muster von William Morris des Arts and Crafts Movement in der britischen Kunst des späten 19. Jahrhunderts. Die Vergoldung in Der Kuss lässt ebenso an mittelalterliche Bilderhandschriften denken und hebt ein zentrales Thema seines Werkes und des Jugendstils hervor: den heiligen Bund der menschlichen Beziehungen und die Sinnlichkeit der romantischen Beziehungen. Goldfarbe war zudem ein Symbol für die Opulenz des Jugendstils, die einen Großteil von Klimts Werk prägt.

Eine wichtige Inspirationsquelle für die Komposition von Der Kuss waren auch japanische Holzschnitte, die Klimt begeistert sammelte. Das zeigt sich vor allem an der Position der Figuren, die auf den mittleren Teil des Gemäldes beschränkt sind, wobei ihre Köpfe fast die Oberkante der Leinwand berühren, was an die Techniken der japanischen Holzschnitte erinnert. Der fast abstrakte, goldfarbene Hintergrund von Der Kuss greift die Auseinandersetzung der Moderne mit der Spannung zwischen Flachheit und Dreidimensionalität auf und unterstreicht die Sinnlichkeit des Werkes.

A Japanese woodblock print, Foreigners in the Drawing Room of a Foreign Merchant's House in Yokohama Department, by artist Utagawa (Gountei) Sadahide, 1861. Japanese woodblock inspired the composition of The Kiss.
Ein japanischer Holzschnitt, Ausländer im Salon eines Hauses eines ausländischen Händlers in Yokohama, vom Künstler Utagawa (Gountei) Sadahide, 1861

Ein universelles Symbol der romantischen Liebe

Viele der für die männliche Figur in Der Kuss von Klimt angefertigten Studien zeigen einen bärtigen Mann. Dies führte zu spekulativen Interpretationen, dass es sich bei dem Gemälde um ein Selbstporträt mit Emilie Flöge oder Adele Bloch-Bauer – beides Partnerinnen von Klimt – handeln könnte. Der Kuss, dessen ursprünglicher Titel Liebespaar war, erweist sich jedoch mehr als ein universelles Bild der romantischen Liebe. Klimt schuf das Gemälde 1907/08, kurz nach seinem Auftrag für die Deckenmalerei in der Universität Wien, die zu einem großen Skandal führte und als pornographisch und exzessiv abgetan wurde. Klimt war von dieser schlechten Presse unbeeindruckt und zitierte gern aus den Xenien von Friedrich Schiller: „Kannst du nicht allen gefallen durch deine Tat und dein Kunstwerk, mach es wenigen recht“ (ein Zitat, das Klimt auch auf sein Werk Nuda Veritas von 1899 schrieb). Tatsächlich wurde Der Kuss sehr viel positiver aufgenommen, sofort vom damaligen kaiserlich-königlichen Unterrichtsministerium erworben und ist bis heute das bedeutendste Werk von Gustav Klimt.

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