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Im Gespräch mit Mara Ruehl

Mara Ruehl ist eine leidenschaftliche deutsche Malerin, die sich in ihren Werken vor allem mit abstrakten Themen beschäftigt. Sie wendet einzigartige Ansätze wie Chromamorphien an, um beeindruckende abstrakte Kunstwerke zu schaffen, die in zahlreichen Ländern ausgestellt werden.

Eines ihrer Kunstwerke, „Violett F VZ-40“ wird in der Online-Auktion für abstrakte Kunst vom 20. bis 26. Mai im Live-Bereich von SINGULART versteigert. Verpassen Sie ihre Kunst nicht!

In diesem Interview gibt uns Mara einen Einblick in ihre abstrakte Kunst, die die Grenzen der Wahrnehmung erforscht.

Mara, wann und woher wusstest du, dass du Künstlerin werden wolltest?

Künstlerin zu werden ist für mich keine Entscheidung, sondern ein Prozess. Für mich liegt der Unterschied im „Tun“ versus „Sein“. Am Anfang kann es nur den Versuch geben, etwas Kreatives zu „tun“, zu schaffen, mit der Absicht, eines Tages beim „Sein“ eines Künstlers anzukommen. Ich habe schon immer skizziert, gezeichnet und gemalt, seit ich jung war. Doch haben viele Menschen eine kreative Seite. Erst als ich irgendwann merkte – und das geschah mit Ende 20 -, dass mir die Welt der Worte zu flüchtig ist und ich mich besser nonverbal durch meine Bilder ausdrücken kann, da reifte langsam der Entschluss, meine Kreativität zum Beruf zu machen. Ich würde sagen, dass ich mit Anfang 30 die bewusste Entscheidung getroffen habe, vollzeitarbeitslos und mittellos zu werden, um mein persönliches Glück und meine Freude am Schaffen meiner Kunstwerke zu finden. Die äußere Anerkennung und meine tiefe innere Freude, die ich beim Schaffen und Betrachten meiner Werke empfinde, erlauben mir heute zu sagen, dass ich ein Künstler „bin“.

Was sind Ihre künstlerischen Einflüsse und andere Künstler, von denen Sie sich am meisten inspirieren lassen?

Die größte Inspiration finde ich während meiner Arbeit. Ich habe oft das Gefühl, vor neuen Ideen zu platzen, während ich in meinem Studio arbeite. Aber auch die kontemplative Stille mit mir selbst, sowie die schönen Formen und Farben der Natur inspirieren mich täglich. Es gibt natürlich viele Künstler wie Gerhard Richter, K.O Götz, Barnett Newman usw., deren Arbeit mich tief beeindruckt. Eine wichtige und nachhaltige Inspiration hatte ich aber vor allem durch die Ausstellung der Künstlerin Bim Köhler im Jahr 2011. Meine Werkserie „Silence“ ist aufgrund der Eindrücke entstanden, die diese Ausstellung bei mir hinterlassen hat.

Mara, gibt es eine Botschaft, die Sie durch Ihre abstrakten Kunstwerke vermitteln möchten?

Nein. Mein Wunsch ist es nicht, irgendwelche Botschaften zu vermitteln. Am schönsten finde ich es, wenn die Betrachter meiner Kunstwerke ihre eigenen Gefühle als Botschaft widerspiegelt sehen. Das ist auch der Grund, warum ich meinen Werken keine, oder sehr neutrale Titel gebe. Beschreibende Titel würden nur jeden beeinflussen, der in meiner Kunst das sehen will, was ich sehe. Aber natürlich liegt meine persönliche Intention in jedem meiner Kunstwerke.

Können Sie Ihre abstrakten Ansätze wie z.B. „Chromamorphien“ näher erläutern?

„Chroma“ ist das griechische Wort für Farbe und „Morphie“ bedeutet Veränderung. Veränderung ist Teil unserer gesamten menschlichen Existenz. Sie findet immer und überall statt. Wir können es entweder passiv beobachten und geschehen lassen, oder es aktiv beeinflussen, um es in eine bestimmte Richtung zu lenken. In meinen Bildern findet Veränderung durch das Zusammenspiel von Farben und Flächen statt, die sich bei intensiver Betrachtung diffus auflösen, zu wabern, zu pulsieren und zu vibrieren beginnen. Die Farbräume scheinen ein Eigenleben zu entwickeln und den Betrachter, der dafür sensibel ist, zu integrieren.

Was denken Sie, würden Sie tun, wenn Sie keine Künstlerin wären?

Ich kann mir nichts anderes vorstellen. Kunst ist das, was ich am besten kann.

Welchen Rat würden Sie aufstrebenden Künstlern geben?

Das Wichtigste ist, an sich selbst zu glauben und von der eigenen Arbeit absolut überzeugt zu sein. Wenn Sie sich trotz aller möglichen Misserfolge und Kritik von außen niemals das Gefühl geben, besiegt zu sein, und immer an sich selbst glauben, dann wird der von Ihnen gewählte Weg letztlich zum Erfolg führen.