Frauen in der Kunst  •  Von der Redaktion empfohlen

Im Gespräch mit Alexandra Link

Alexandra Link, stellvertretende Chefredakteurin der deutschen Ausgabe der Zeitschrift ELLE, ist eine engagierte Frau, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt. Bei SINGULART sind wir der Meinung, dass der internationale Frauentag nich genug Zeit ist, eindrückliche Frauen in den Vordergrund zu stellen. Daher verlängert SINGULART den Internationalen Frauentag zu einem Monat. Für diesen Anlaß haben wir gemeinsam mit ihr Alexandra Link als Gast-Kuratorin eine Sammlung an Kunstwerken erstellt, die die Darstellung von Frauen in der Kunst durch Künstlerinnen diskutieren. Wir waren im Gespärch mit Alexandra Link, um ihr ein paar Fragen zu dieser Initiative zu stellen.

Warum war es für Sie wichtig, an diesem Projekt mitzuarbeiten?

Ich liebe Kunst und ich liebe es, Frauen zu unterstützen. In Elle Deutschland haben wir einen tollen Kanal namens „Female Empowerment„, wo wir über Gleichberechtigung und andere Themen des modernen Feminismus schreiben.. Ich weiß auch, dass Künstlerinnen heute und in der Vergangenheit oft ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Ich möchte das ändern und tollen Künstlerinnen die Plattform geben, die sie verdienen.

Bei dieser Kollektion ging es vor allem darum, den Körper von Frauen in der Kunst zu zeigen, und zwar wie ihn Künstlerinnen darstellen. Warum ist es Ihrer Meinung nach immer noch ein gesellschaftliches Problem, wenn Frauen das Eigentum an ihrem Körper für sich beanspruchen, zum Beispiel in den sozialen Medien?

Ich denke, das liegt an der Art und Weise, wie wir sozialisiert sind. Auf der einen Seite werden Frauen übermäßig sexualisiert. Auf der anderen Seite haben wir Angst, unser wahres Ich zu zeigen. Die meisten Frauen lernen als Kinder, sich zu verstecken, weil Frauen „nicht laut oder aggressiv sein sollten“. Und ich denke, auch wenn es große Unterschiede in der Welt gibt, sind alle Frauen damit konfrontiert.

„Old Friends“ von Alia Essam (Ägypten), Acryl auf Leinwand, 60x80cm

Auf Ihrem persönlichen Instagram-Account setzen Sie sich sehr stark für die Gleichstellung der Geschlechter ein. Wie ist es dazu gekommen? Und was muss in der Kreativwirtschaft getan werden, um echte Gerechtigkeit zu erreichen?

Ich denke, das ist eine persönliche Reise. Ich bin damit aufgewachsen, dass man mir sagte, ich dürfe nicht laut sein und müsse mich immer anpassen. Und das hat mich sehr schüchtern gemacht, als ich jünger war. Erst jetzt, in meinen Vierzigern, finde ich endlich zu meiner eigenen Kraft. Ich habe gelernt, dass man weibliche Unterstützer braucht, um persönlich und beruflich zu wachsen, und das möchte ich zurückgeben.

Welche Rolle spielt die von den feministischen Ikonen Hélène Lazareff und Françoise Giroud gegründete ELLE bei der Stärkung der Frauen?

ELLE hat schon immer Frauen und Feminismus unterstützt. Das wollen wir jetzt und in Zukunft fortsetzen. Ich glaube fest daran, dass Kunst, Mode und Modefotografie die Macht haben, unsere Wahrnehmung zu verändern. Alle drei Disziplinen spiegeln den Zeitgeist wider und vermitteln uns gleichzeitig ein Bild davon, wie die Zukunft aussehen kann. Sie erweitert unsere Vorstellungskraft, und das ist es, was wir brauchen, um uns für eine bessere Zukunft zu verändern. Man muss es sich erst einmal vorstellen.


„In an extremely ordinary secret room“ von Young Park (Südkorea), Acryl auf Leinwand, 107×81,5cm

In den letzten Jahren haben sich die Frauen zunehmend über Diskriminierung und mangelnde Gleichberechtigung in fast allen Bereichen der Gesellschaft geäußert. Wo stehen wir Ihrer Meinung nach jetzt?

Ich denke, dass wir noch am Anfang stehen und dass es in Zukunft noch viele #metoo-Skandale geben wird. Frauen haben immer noch Angst, offen darüber zu sprechen, aber es ist so wichtig. Es kann sich nichts ändern, wenn wir nicht auf die Dinge aufmerksam machen, die falsch und unausgewogen sind.

Entdecken Sie hierdie von hierLink als Gast kuratierte Sammlung von hier