Interviews

Begegnung mit Dietrich Moravec, Maler

Wer sind Sie?

1950 in Günzburg/Donau aufgewachsen, habe ich nach meinem Abitur Geographie in München studiert. Daraufhin war ich 11 Jahre als Kaufmann selbstständig und habe im Anschluss als technischer Zeichner in einem Architekturbüro gearbeitet. Die letzte Station, in meiner bewegten Vita vor meinem Ruhestand, war die Taetigkeit als Lehrer für Kunst und Informationstechnologie.
Wie man sehen kann, verlief mein Leben nicht unbedingt geradlinig. Im Rückblick bin ich eher froh darüber, dass ich nicht mein ganzes Leben derselben Tätigkeit nachgehen musste. Immer wieder von Grund auf Neues zu lernen und auszuüben, hat mein Leben bereichert und verhindert, dass ich in Routine versank.Trotzdem zieht sich ein roter Faden durch mein Leben: die Kunst.

Was bedeutet Kunst für Sie?

Seit früher Jugend hat sie mich fasziniert und in ihren Bann gezogen. In Ermangelung von Fernsehen, Internet und Smartphone musste ich mir selbst eine Beschäftigung suchen, und das waren Zeichnung und Malerei. Von Anfang an fühlte ich mich dem Realismus verpflichtet.

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Yellow Brushstroke

Ihre Lieblingstechniken und Motive?

Mich interessierten mehr die alten Meister der Renaissance als die kontemporären Künstler. Folgerichtig habe ich mich auch schon in den 70er Jahren mit alten Maltechniken befasst, wie etwa Eitempera und Öllasur. Bestätigung habe ich dafür auch bei den Malern des Wiener Phantastischen Realismus gefunden, bei Ernst Fuchs und Rudolf Hausner zum Beispiel. Als Maler bin ich Autodidakt, ich musste mir alle Techniken durch Trial and Error erarbeiten, was ich immer als sehr spannend und kurzweilig empfand.
Im Laufe der Jahrzehnte kamen dann weitere Techniken dazu: Acrylmalerei, Radierung, Intagliotypie (eine neue Tiefdrucktechnik), Scratchboard, Zeichnungen mit Graphit, Kohle und Farbstiften.
Ich habe meine künstlerische Tätigkeit nie als Hobby betrachtet, das am Feierabend der Entspannung dient. Entspannend ist die Arbeit für mich selten, ich empfinde es eher als inneren Zwang, meinen Eindrücken und Empfindungen Ausdruck zu verleihen. Ein Leben ohne Kunst könnte ich mir gar nicht vorstellen.
Ende der 8oer Jahre entdeckte ich den Photorealismus für mich. Fotografien boten mir die Detailinformationen, die mir immer wichtig waren und durch bloße Beobachtung nur schwer erreichbar waren. Dabei bin ich auch bis heute geblieben.
Meine bevorzugten Motive sind Stillleben, Blumen, Früchte, manchmal Landschaften oder Tiere.
Heute habe ich die Zahl meiner künstlerischen Techniken etwas reduziert. Ich arbeite hauptsächlich mit Acryl und Öl. Seit einiger Zeit lote ich die Möglichkeiten von Farbstiften aus, einer Technik, die lange unterschätzt wurde. In Deutschland haben Farbstifte noch wenig Anerkennung gefunden, aber in anderen Ländern gibt es eine Menge ernsthafter Talente, die bereits großartige Werke mit diesem Medium geschaffen haben.
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Geborgenheit

Erzählen Sie uns von ihren Digitalen Paintings!

Da ich ein neugieriger Mensch bin und neueren Entwicklungen Tribut zollen wollte, habe ich mich auch ein wenig mit digitaler Malerei befasst. Es ist sicher ein faszinierendes Medium, aber ich vermisse dabei die sensorischen Empfindungen der traditionellen Medien wie Geruch, Textur und Stofflichkeit des Materials. Im Grunde meines Herzens bin ich wohl eher ein Renaissancemensch.
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Chocolate Shower Orange

Ihr künstlerisches Vorbild?

Die Maler der Renaissance sind für mich immer noch wichtig und eine Quelle der Inspiration, aber es gibt auch eine neue Generation von Gegenwartskünstlern, die sich wie ich hauptsächlich dem Realismus bis hin zum Hyperrealismus verschrieben haben. Es wäre müßig, hier Namen zu nennen und einzelne Künstler hervorzuheben, denn es sind zu viele großartige Talente, teilweise noch sehr jung und trotzdem schon meisterhaft in ihrer Arbeit. Hinter diesen Talenten kann ich nur bescheiden zurücktreten, sie bewundern und mich von ihnen inspirieren lassen.

Erfahren Sie mehrüber Dietrich Moravec: www.dietrich-moravec.de

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