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Wer sind Sie?

Ich wurde am 29.9. 1953 in Viersen/NRW geboren. Nach dem Abitur bin ich zum Studium nach Karlsruhe gezogen. Ich habe ein Mathematikstudium angefangen, bevor ich dann an der Kunstakademie Karlsruhe angenommen wurde, wo ich von 1974 – 1979   bei den Professoren Horst Egon Kalinowski, .Hans Kindermann, Wilhelm Loth und Hiromi Akiyama studiert habe, zuerst Zeichnung, dann Bildhauerei. Außerdem habe ich noch Kunstwissenschaft an der Universität Karlsruhe absolviert.

Seit 1979 arbeite ich als freischaffende Künstlerin, – mit der Ausstellungspraxis habe ich sogar schon 1977 begonnen, so dass jetzt 40 Jahre Künstlerleben erreicht sind. Deshalb arbeite ich zur Zeit an einem Katalog zur Dokumentation über das plastische Werk von 1977 – 2017, der dieses Jahr noch erscheinen soll.

Meine Arbeiten waren bisher in mehr als 60 Ausstellungen zu sehen Die letzte Ausstellung mit einer größeren Anzahl von meiner Plastiken und Zeichnungen fand im Mai dieses Jahres im Künstlerhaus Karlsruhe statt (Doppelausstellung mit Beatemarie Busch).

Ich habe mein Künstlerleben in Karlsruhe begonnen, seit drei Jahren wohne ich in Neustadt/Weinstraße, aber die längste  Zeit davon habe ich in Düsseldorf gewohnt und gearbeitet.

Arbeiten im Atelier Roswita van der Zander

Das Atelier von Roswitha van der Zander in Neustadt an der Weinstrasse, der weisse Turm, die grösste Arbeit fasst 1,69m und ist aus Gips

Wie haben Sie Ihren Weg in die Kunst, wie speziell in die Plastik gefunden?

Ich hatte kein Interesse daran, ein Studium zu belegen, in welchem man vorwiegend die Meinung anderer Leute wiederkäuen muss. In der Schule hatte ich nur zwei Bereiche kennengelernt, in denen auch mal eigenständiges Denken erlaubt war, nämlich Kunst und Mathematik, deshalb habe ich mich für beides beworben. Für Mathematik konnte ich mich sofort  einschreiben und so habe ich damit angefangen.  Später wurde ich dann doch noch an der Kunstakademie angenommen. Beides gleichzeitig ging nicht,  also habe ich mich für die Kunst entschieden.

Zur Plastik habe ich durch Horst Egon Kalinowski, gefunden, in dessen Zeichenklasse ich  in den ersten  Semestern war. Ich hatte damals, außerhalb der Akademie, einige kleine Tonfiguren modelliert, die ich eigentlich gar nicht vorzeigen wollte, weil sie nicht das  Niveau hatten, das ich inzwischen in der Zeichnung erreicht hatte. Herr Kalinowski wollte sie trotzdem sehen und kam daraufhin zu dem Urteil, dass ich eine besondere Begabung für Plastik hätte und sofort in eine Bildhauerklasse wechseln sollte – und eh ich michs versah, war ich im Bildhauergarten der Akademie, wo ich mich dann tatsächlich am rechten Platz gefühlt habe. Die Zeichnung habe ich dennoch nicht aufgegeben, sondern weiterentwickelt.

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Architektonische Formen, 2002, mehrteilige Holzplastik, Höhen der Teile : 48cm x 29cm

Mit welchen Materialien und Techniken arbeiten Sie?

Ich arbeite mit den klassischen Bildhauermaterialien Holz, Ton, Gips. Kleinere Tonarbeiten werden als Terrakotta gearbeitet, die größeren in Gips abgegossen, wobei die meisten Gipsplastiken auch als Bronze denkbar sind, –  für den Außenbereich ist der Bronzeguß  sogar Voraussetzung. Nicht jede meiner Gipsplastiken ist  ein Abguss, manche sind auch direkt in Gips aufgebaut.

Die Holzarbeiten sind mit diversen Schnitzeisen und Klüpfel (hölzerne Spezialhämmer) direkt aus großen Holzblöcken gehauen. Früher habe ich auch noch Abgüsse in Beton gemacht  und und mit Sandstein gearbeitet.

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Meeresfundstück, 1995, Relief Lindenholz, 73cm x 39cm

Was macht Ihre Kunst so besonders?

Wenn Besucher neu in mein Atelier kommen, höre ich oft: „Solche Arbeiten habe ich noch nie irgendwo gesehen.“ Das liegt daran, dass ich keinen Kunstmarkt-Trends folge oder irgendeiner aktuellen Kunstrichtung zuzuordnen bin, sondern ausschließlich von meinem eigenen Sehen und Denken ausgehe. Das erzeugt zwangsläufig eine Einzigartigkeit – allerdings nur sofern es sich bei mir tatsächlich um eine einzigartige Persönlichkeit handelt. Zu Anfang habe ich nur figürlich gearbeitet. Davon ausgehend habe ich zwei Wege der Abstraktion  eingeschlagen, den einen, indem ich ganz nah auf den Körper zugehe und die Details betrachte, den anderen, indem ich weiter zurücktrete und die Figur im Raum ansehe. Ersteres führt dann weiter zu diversen organischen Formen, das zweite über Treppen und Stufen in zu architektonischen, geometrischen Themen. Es handelt sich also um drei Themenkomplexe, die aber nicht isoliert nebeneinander stehen, sondern sich in verschiedener Weise überschneiden und dabei alle die gleiche formale Gestaltung aufweisen. Mir genügt es nicht, wenn Kunst sich darin erschöpft, lediglich eine Idee zu präsentieren, sondern ich lege Wert darauf, dass auch die formale Ausführung perfekt ist. Das erfordert bei der Bildhauerei einen großen Arbeitsaufwand und ist vollkommen unrentabel, solange man mit seinen Werken nicht absolute Spitzenpreise erreicht. Es ist daher in der heutigen Kunst schon allein etwas besonderes, Plastiken zu produzieren, die so besonders  viel Arbeit erfordern.

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Kerze – Akt, 1985, Relief Gips/Ölfarbe, 170 cm x  80 cm

Welche künstlerischen Vorbilder inspirieren Sie?

Ich habe absolut keine Vorbilder.

Die traditionelle europäische Kunst, wie sie in der Kunstgeschichte dokumentiert und in Museen zu besichtigen ist, eine Kunst des Patriarchats mit entsprechenden ideologischen Realitätsverzerrungen von männlicher Selbsterhöhung und Reduzierung der Frau auf schwächliche Wesen mit Objektcharakter, bietet  nichts, dem ich nacheifern möchte. Die Kunst der Moderne bietet ebenfalls keine Vorbilder. Es wurden zwar Traditionen in Frage gestellt,, die Tradition der männlichen Selbstherrlichkeit allerdings gerade nicht. Als ich mit der Bildhauerei angefangen habe,  war  es besonders angesagt, irgend etwas zu finden, das man als Neuheit in die Kunst  bringen könnte, z.B. mit bisher nicht benutzten Materialien zu arbeiten, am bekanntesten davon sind wohl Beuys Fettecken. Nichts davon hat mich besonders interessiert.

Gerade, dass  ich kein Vorbild habe und mir zudem auch noch fast nichts von der vorhandenen Bildhauerei gefällt, inspiriert mich dazu, selbst  Plastiken zu machen. Denn wenn es schon genug Plastiken geben würde, die  meinen Vorstellungen entsprechen, wäre meine Arbeit doch  unnötig.

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Hände, 1989, Relief Kirschholz, 60cm x 40cm

Auf dem ersten Bild ist Roswitha van der Zander auf der Ausstellungseröffnung im Karlsruher Künstlerhaus im Mai 2017 zu sehen.

Die zwei Arbeiten, die Sie sehen können, sind :

1) neben ihr : Organische Form, 2012, Holzplastik, Höhe 94 cm
2) im Hintergrund : Akt, die Leiter hinaufsteigend, 1996, Relief Lindenholz, 70 cm x 43 cm

 

Hier erfahren Sie mehr über Roswitha van der Zander und Ihre Werke : www.roswithavanderzander.de

 

 

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