Begegnung mit Klaus Killisch, Punk-Pop-Künstler

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Wenn Sie sich in einigen Worten beschreiben sollen, was sagen Sie dann?

Punk – Pop – Künstler. Die passende Musik zu meinen Bildern kann man auf »Surfer Rosa« von den Pixies hören.

Als Freigeist im Osten aufgewachsen, war die Popkultur meine Leidenschaft und Subversion das Stilmittel. Die wichtigsten Etappen meines Seins sind am Besten meinen Bildern zu entnehmen, denn ich empfinde Malen als Selbstdarstellung und auch der Zeitgeist schleicht sich da gerne ein.

DUO, 2013, Mischtechnik auf Leinwand, 250 x 200 cm

DUO, 2013, Mischtechnik auf Leinwand, 250 x 200 cm

Wie kamen Sie zur Kunst und wie definieren Sie Ihre Beziehung zur Kreativität?

Meine ersten Erfahrungen mit der Kunst waren Science-Fiction-Hefte aus den 1950er Jahren, die ein Freund seinem Vater abgeluchst hatte und die einen Gegensatz zur Hochkulturaffinität meiner Eltern darstellten. Als Kind fand ich die Cover dieser Romane, die unter dem Titel »Utopia« firmierten, extrem aufregend. Ich habe sie abgemalt und rückblickend war diese Faszination ein Auslöser für mein nachhaltiges Interesse an der Malerei und deren Imaginationskraft. Ich wusste damals nicht, dass das Trash ist. Es war für mich keine Kategorie und vor allem habe ich damit kein Qualitätsurteil verbunden.

Die Welt ist eine Scheibe, 2013, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 80 cm

Die Welt ist eine Scheibe, 2013, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 80 cm

Für mich zählt die Kraft und Wirkung von Bildern, durch spannende Kompositionen und Farbfindungen. Und ehrlich gesagt, mag ich einfach alles was mir gefällt und was etwas auszudrücken vermag; sei es Kunst, Musik, Literatur oder auch Mode, Comics und Film. Für mich ist Kreativität die Energie, die alles zusammenführt und auch dafür sorgt, dass was zusammen gehört, auch zusammen findet.

Mit welchen Techniken und Medien arbeiten Sie am Liebsten und Häufigsten?

Malerei, Collage und Zeichnung mit Feder sind mir wichtig.

FarbKlang, 2012, Mischtechnik auf Leinwand, 110 x 110 cm

FarbKlang, 2012, Mischtechnik auf Leinwand, 110 x 110 cm

Am ehesten entspricht meine Technik dem Sampling in der heutigen Musik. Ausgewählte Images und Materialien, wie Schallplatten werden in meine Werke eingebunden. Musik versuche ich in Visuals umzusetzen, sowie Werbekampagnen neu zu interpretiert.

machine says yes, 2012, Mischtechnik auf Leinwand, 110 x 110 cm

machine says yes, 2012, Mischtechnik auf Leinwand, 110 x 110 cm

Bei der endlosen Liste an Ausstellungen und Teilnahmen – was war ihr künstlerisches Highlight? Wieso?

Das sind hauptsächlich zwei: Die Biennale in Venedig, 1990. Die Ausstellung im Italienischen Pavillon zeigte Kunst aus Ost- und Westberlin. Das war nach dem Fall der Mauer aufregend und neu und hat so in dieser Konstellation nie wieder stattgefunden. Außerdem war die Eröffnung der Biennale super cool. Robert Rauschenberg und Yoko Ono standen da rum. Alle waren sehr relaxed. Und 2015 – meine Ausstellung »Bonjour Tristesse« im Kunstmuseum dkw Cottbus. In diesem schönen Museum, einem White Cube in einem alten Industriebau, sahen meine Bilder großartig aus.

This is not a love song, 2016, Galerie Jochen Hempel, Berlin

Ausstellung : This is not a love song, 2016, Galerie Jochen Hempel, Berlin

Wenn Sie in einem Gemälde leben müssten, für welches würden Sie sich dann entscheiden und wieso?

Gerne in »Jupiter und Semele« des französischen Malers Gustave Moreau von 1894. Dieser Künstler ist einer meiner Favoriten. Das Bild hat eine eigenartige Stimmung, dunkel und grell zugleich, eben Punk – Pop des 19. Jahrhunderts. Das passt zu mir.

small talk, 2004, Mischtechnik auf Leinwand, 110 x 110 cm

small talk, 2004, Mischtechnik auf Leinwand, 110 x 110 cm

Auch wenn das Interview nun leider schon ein Ende findet, hier geht es weiter : www.klaus-killisch.de

Auch ist Klaus Killisch nun auf Singulart : www.singulart.com/de/klaus-killisch-471

Auch lohnt sich ein Blick in die Galerie, die ihn repräsentiert : jochenhempel.com/klaus-killisch

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