InesHildur

Frau Hildur, eine Beschreibung Ihrer Person und Ihres Lebens?

Zu Hause in Leipzig und zeitweise in St. Paul de Vence, Côte d’Azur.

Eine Reisende.

Eine große Liebe zu Paris.

Eine Sammlerin und Jägerin. Natürlich mit einem Hang zum Extravaganten.

Strukturiert und Flexibel. Ausgerichtet auf das positiv Ganzheitliche.

Liebe der Kontraste: Purismus und Opulenz gleichermaßen. Grenzgängerin zwischen freier und angewandter Kunst, denn „Malerei ist Verwandlung“.

Die Kunst und die schöngeistigen Dingen sind wie ein Spiegel meiner Seele und der Seele des Betrachtenden.

Mir ist der Austausch meiner künstlerischen Erfahrungen, Techniken, Gedanken mit anderen Menschen ein Bedürfnis und diese mit Freude weiterzugeben.

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champagne 3, 150 x 100 cm, © Ines Hildur

Wie haben Sie zur Kunst und Ihrer besonderen Ausdrucksweise gefunden?

In Freiberg / Sachsen geboren, wuchs ich in einem musisch orientierten Elternhaus auf, ich verbrachte oft Zeit im Atelier meines Großvaters. Er malte, allerdings in klassischer Öl-Lasur-Technik. Erste Begegnungen mit alten Meistern. Wir zeichneten viel gemeinsam: erstes Naturstudium im großen Obstgarten meiner Großeltern. Nach dem Abitur ging ich jedoch zum Studium der Architektur nach Dresden, welches durchaus künstlerische Bereiche beinhaltete, meine Liebe galt von Anfang an den bildkünstlerischen Fächern und dem Interieur Design. Ich liebte es schon immer etwas ausgefallen, besondere Farb- und Materialkombinationen. Viel später begegnete ich bei einer Ausstellungseröffnung in Saarbrücken dem Berliner Maler Strawalde, dies sollte meinen tatsächlichen Start in die Kunst darstellen, wenig später besuchte ich die renommierte Sommerakademie Salzburg hoch oben auf der Festung in der Malklasse von Strawalde, so beeindruckend für mich, mich fortan nunmehr intensiv mit der Malerei zu beschäftigen neben der Innenarchitektur. Weitere Malklassen in Salzburg folgten bei verschiedenen Künstlern, die mich beeindruckten und Spuren hinterliessen, u. a. auch Gunter Damisch aus Wien. Figurative Malerei kam für mich nie in Betracht. Das Arbeiten mit verschiedenen Materialien, Erden, Pigmenten habe ich mir selbst angeeignet, inspiriert durch die großen Meister des Informel wie Schumacher und die großen abstrakten Expressionisten, die mich nach wie vor in ihren Bann ziehen: Antoni Tapes, Cy Twombly, Franz Kline, … die einzigartigen Bilder „Landschaften“ und Texte von Agnes Martin.

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white and black, 50 x 50 cm, © Ines Hildur

Welche Techniken und Medien sind Ihnen die Liebsten?

Ich ordne meine Malerei stilistisch dem abstrakten Expressionismus zu. Mit den Mitteln der Malerei, Zeichnung, (De-)Collage, Wachsmaltechnik und anderen freien Möglichkeiten liebe ich es zu experimentieren: Aus Kohlestaub und Marmormehl, Champagnerkreide, Asche aufgestäubt oder wässrig gebunden lasse ich ungeahnte Welten zu Tage treten: mit Linien in Formen gefangen oder frei überschwemmend den Bildraum … Bilder entstehen und entfalten lassen – spielerisch und voller Leichtigkeit.

Ich bevorzuge das quadratische Format. Richtungslos. Ausgewogen.
Die Farbe Schwarz (Bitumenbeimischung) spielt eine tragende Rolle. Als Grundierung verwendet, bekommen die Bilder Tiefe und Volumen. Wärme und Wärmendes.

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ash-field. 80 x 80 cm, © Ines Hildur

In meiner anfänglichen Schaffensphase bestanden meine Malmaterialien hauptsächlich aus gefundenen Erden, Sanden: daraus folgend die zurückgenommene Farbigkeit. Später habe ich mich einer stark farbigen Ausdrucksweise mit Pigmenten und Bindemitteln zugewandt: heiter leicht fröhlich. Ausgelöst durch eine eigene Ausstellung in Paris unter dem Motto Joie (Freude) (2004). Seit einigen Jahren arbeite ich wieder im Spektrum der unbunten Farben. Die Arbeiten strahlen Ruhe, Klarheit und Selbstverständlichkeit aus.

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black and white, 50 x 100 cm, © Ines Hildur

Wie gehen Sie bei der Erstellung eines neuen Werkes vor und woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

Am Anfang ist die Intuition. Aus meinem Unterbewußtsein treten Bilder erlebter Geschehnisse, Fiktionen empfundener und erträumter Bilder und von Geisteszuständen – innere Bilder – zu Tage, die nicht vorher bestimmbar sind. Das Prozeßhafte der Bildentstehung lasse ich bewußt sichtbar stehen: Patinierte Farbschichten überlagern sich, Linien werden verdeckt und wieder freigelegt als Spuren – Verletzungen an Aufbruchstellen werden verbunden und vernäht, gebrauchte Papiere eingeklebt – bleiben haptisch erfahrbar. Die Bildpassagen, die besonders gelungen scheinen, bekommen eine Bedeutung, geben ihrer Umgebung Halt – sind wichtig für Randzonen, können jedoch während der Arbeit ihre Funktion wieder verlieren und werden aufgegeben – manchmal ist dies ein recht schmerzhafter Prozeß. Ein sich inneres Öffnen gerät in Gang. In der Balance aus Intuition und bewußtem Entscheiden. Bis hin zu einer Stimmigkeit, die ein Aufhören verlangt. Inspiration ist alles. Aus der Wahrnehmung der natürlichen und gebauten Umwelt – aus dem Alltäglichen schöpfend, verwandle ich meine Eindrücke zu dichten Bildern, in denen man verweilen oder spazieren gehen kann.

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serie ashfield, 80 x 80 cm, © Ines Hildur

Welche Ausstellung würden Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen und wieso?

Die Wahl fällt schwer. Tapies. Cy Twombly. Soulages. Venet. Blais. Seelenverwandtschaften.

 

Mehr über Ines Hildur erfahren Sie hier : www.ines-hildur.de

5 Gedanken zu „Begegnung mit Ines Hildur

  1. Guten Morgen liebe Ines,

    dein E-Mail war meine erste Morgenlektüre und die versüßt mir den verregneten Tag.
    Du bist großartig und ich freue mich
    heute schon auf einen neuen mit dir.
    Alles liebe für dich, herzlichst Marion

  2. Vielen Dank, liebe Ines für die Nachricht. Deine Texte sprechen mir aus der Seele, und ich bin begeistert von Deinen Empfindungen die ich sehr gut nachvollziehen kann. Habe mich bereits zum „Farbenrausch“ Juni nächsten Jahres angemeldet und freue mich schon sehr darauf!

  3. Guten Morgen liebe Ines,

    you’ve made my day! Seit Wochen stecke ich in einer Lethargie und lasse mich von unwichtigen Dingen ausfüllen, doch Deine Texte und Deine Bilder von heute morgen haben mich aufleben lassen und mir erneut kreatives Denken beschert!
    Der Kurs mit Dir im Juni in Augsburg war super und inspirierend!

    Herzlichst Rita

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