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Die Lithografie ist eine der grössten Errungenschaften des 19ten Jahrhunderts. Wörtlich übersetzt “auf Stein schreiben” ermöglichte die Lithografie die Vervielfältigung von Zeichnungen und Texten. Farbliche Nuancen einzufügen verlangte Fingerspitzengefühl und Einfühlvermögen. Die Beliebtheit der Lithografie verbreitete sich ebenso schnell wie sich ihre vielfältigen Möglichkeiten entwickelten und ermöglichte Künstlern die Reproduktion Ihrer Kunstwerke.

Honoré Daumier – Gargantua

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Diese Karikatur von König Louis-Philippe erschien 1831 in der französischen Zeitschrift “La Caricature”. Honoré Daumier stellte in seiner Lithographie den König in Form des Riesen Gargantua aus dem Roman Rabelais dar, dem das Werk auch seinen Namen verdankt. Daumier zeichnete den Kopf seines Gargantua als wohlgeformte Birne mit einer unendlich langen Zunge, die das Geld des Volkes direkt in sein Innerstes beförderte.

Fritz Fuhrken – Paussau Stadttor

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Der deutsche expressionistische Maler und Grafiker verarbeitete in seinen Werken die Erlebnisse, die er im Ersten Weltkrieg an der vorderen Front Russlands erlebte. Eine 15 monatige Gefangenschaft in England brachte ihn mit anderen Künstlern in Kontakt. Zurück in Deutschland gründete er mit zwei anderen Künstlern und Leidensgenossen des Gefangenenlagers (nach mehrfachen Namensänderungen) die Künstlergemeinschaft “Der Fels”. Durch den Kontakt zu einem in Passau lebenden Künstlers geriet Fritz Fuhrken schnell ins Schwärmen über die reizende Stadt und machte sie zum Motiv mehrerer Litographie Serien.

Odilon Redon – L’oeuf

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Odilon Redon machte sich als Grafiker einen Namen und kam 1878 zur Lithographie, die er gekonnt nutzte um seine Zeichnungen in Serie zu drucken. Auch war er sehr belesen und mit der Inspiration von Emile Zola und Victor Hugo widmete er sich im wörtlichen Sinne der dunklen Seite des Lebens. Die Serie “Noirs” stellt das Thema Angst und Beklemmung und unterschiedlichsten Facetten dar. So entstand auch die Litographie “L’oeuf’, die ein Ei mit Gesicht in seinem engen Eierbecher zeigt und einen Raumzwang-Traum illustriert. Gerne brachte er Tiere und Objekte mit illustrierter Personifizierung in einen eher düsteren Kontext.

Edvard Munch – Historien

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Eine Litografie verschwindet in einer Galerie in Oslo und taucht 6 Jahre später wieder auf – “Historien” schrieb Kunstgeschichte, auch während seiner eigenen Abwesenheit ! Edvard Munch machte sich nicht nur als Maler, sondern auch als Grafiker einen Namen und kam in Berlin zum ersten Mal in Kontakt mit der Litographie. Dieses Werk wurde nach seinem Ableben im Munch Museum in Oslo ausgestellt und am hellichten Tage entwendet. Sieben Jahre später fand man es wieder.

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