Mathias Wolf

Stellen Sie sich bitte kurz vor!

Geboren 1952, 1973-83 Studium der Freien Kunst an der Fachhochschule für Gestaltung, Kiel.
Seitdem arbeite ich in den Bereichen Installation, Skulptur, Objekt, Zeichnung und Malerei.
Von 1990 bis 2001 hatte ich mehrere Arbeitsaufenthalte und Ausstellungen in den USA, darunter Chicago, Milwaukee und Los Angeles. 1990 Förderung des Projektes Network III zur Art Chicago durch das Land Schleswig-Holstein. Ausstellungen im In- und Ausland. Darunter Art Expo Chicago 1990, 1994 Art Chicago, 1995 Goethe Institut Chicago, 1996 Goethe Institut Oslo. 2007 Gastkünstler bei Ortung V, Schwabacher Kunsttage; 2008 Installation zum Augsburger Friedensfest, Pax 2008, Rathausplatz Augsburg; 2011, Made in…, Kulturfestival der Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach.
Weltweites Aufsehen erregte 1993 meine 7,8 x 7,5 m große Wandmalerei “Zeichen der Zeit“, die unmittelbar Bezug nahm auf die Angriffe einer Asylantenunterkunft in Rostock im selben Jahr. Sie zeigte das Gesicht eines Mannes mit weit aufgerissenen Mund als Aufschrei gegen den Rechtsradikalismus und die Gewalt in der Gesellschaft.

Was macht ihre künstlerische Arbeit aus ?

Die Vielfältigkeit, die Liebe zum Detail, einen Hang zur Perfektion, unheilbarer Romantizismus, die Lust an der Irreführung des menschlichen Auges und die Machbarkeit des Unmöglichen.
Ich schließe mich der Aussage von Willem de Kooning an, dass es für einen Künstler gefährlich sei, sich einen eindeutigen Stil zu erarbeiten, was zwangsläufig die Erstarrung der Kreativität zur Folge haben müsse.

Mathias_Wolf, 2010, Fadenobjekt, Vertillu-2010

Fadenobjekt, Vertillu-2010 © Mathias Wolf, 2010

Welchen Themen widmen Sie sich, woher nehmen Sie ihre Inspiration?

Die Themen orientieren sich primär an den Techniken, an der Faszination der Möglichkeiten, die diese bieten.
In den Netz- und Fadeninstallationen geht es um die Erfassung des Raumes.
Ursprünglich inspiriert durch Spinnennetze, haben sich die Rauminstallationen schnell zu, auf den Raum bezogene Environments entwickelt. Ich setze mich in ihnen mit der Beziehung zwischen Objekt und Umgebung auseinander und verwirke sie zu einem Gesamt-Kunstwerk. Durch Verspannungen schaffe ich Strukturen im Raum, die ein Vielzahl neuer Interpretationen ermöglichen.
Den Kugelschreiberzeichnungen und der Malerei liegt die Auseinandersetzung mit dem Licht zu Grunde. Erst das Licht ermöglicht uns die optische Erfassung unserer Umwelt, der Formen und Farben.
Die Natur als Inspiration ist die Basis meiner Skulpturen und die “Entfremdung des Materials“ das Ergebnis. Gefundene Stücke vom Strand und aus dem Wald bestimmen in ihrer Eigenständigkeit die Form der Skulptur.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Welt in der ich mich bewege meine Inspiration ist und aus ihr die Themen erwachsen.

Mathias Wolf, 2017, Installation NEXUS-D, Fachhochschule Kiel, Teilansicht 4 (1)

Installation NEXUS-D, Fachhochschule Kiel, Teilansicht 4 © Mathias Wolf, 2017

Sie sind sehr vielseitig, welches ist ihr Steckenpferd?

Ein Steckenpferd im herkömmlichen Sinne habe ich nicht.
Wenn, wäre es die Pflege philosophischer Gedanken.
Welche Techniken und Materialien nutzen Sie?
Da ich mich in meiner künstlerischen Ausdrucksform nicht festlege, nutze ich, wie schon angedeutet, unterschiedliche Techniken. Zeichnung, Malerei, Skulptur und das erschaffen von Objekten und Installationen. Bei den Zeichnungen arbeite ich mit dem Kugelschreiber und das auf eine Art, die wohl als einzig zu bezeichnen ist, da sie keinen Strich erkennen lässt. Das Endprodukt gibt Rätsel auf über die Entstehung des Werkes.

Mathias Wolf, 1994, byron bay, Kugelschreiberzeichnung, 5cm x 8,5 cm (1)

byron bay, Kugelschreiberzeichnung, 5cm x 8,5 cm © Mathias Wolf, 1994

In der Malerei arbeite ich vorrangig in Mixed Media. Diese Technik ermöglicht es mir, unterschiedliche Ebenen auf einer Fläche plastisch darzustellen.
Meine Skulpturen entstehen durch das sparsame bearbeiten gefundener Holzstücke, durch unzählige Spachtel– , Schleif-, Grundier- und Lackiervorgänge. Auch hier stellt die Technik den Betrachter vor ein Rätsel, weil das Ausgangsmaterial eine vollkommene Verfremdung erfährt.
Die Objekte bestehen, wie die Skulpturen, aus gefundenen Elementen und die Rauminstallationen werden aus Pressengarn, ein Material aus der Landwirtschaft, in einer speziellen Knotentechnik erschaffen.

Mathias Wolf, 2007, Darf ich bitten, Holzskulptur,Höhe 53cm, Holz, gespachtelt und lackiert

Darf ich bitten, Holzskulptur,Höhe 53cm, Holz, gespachtelt und lackiert © Mathias Wolf, 2007

Welchen Künstler hätten Sie gerne persönlich kennengelernt?

Joseph Beuys.

 

Erfahren Sie mehr über Mathias Wolf und seine Kunst unter: www.mathias-wolf.de/

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