Anja Es Kuuunst

Stell Dich kurz vor !

Ich bin Viele – und immer ich selbst.

Als Mensch, als Frau und als Künstlerin habe ich viele Facetten und ich liebe es, sie alle zu spüren. In der Kunst drückt sich das schon durch verschiedene Genres aus. Ich male, schreibe, performe und bringe das in Zusammenarbeit mit Musikern als Gesamtwerk auf die Bühne.

Innerhalb dieser Bereiche drücke ich mich sehr unterschiedlich aus. Als Malerin arbeite ich parallel an sich stark unterscheidenden Bildserien, die Besucher einer Ausstellung fast nie einer einzigen Person zuschreiben. Meine Texte als Autorin sind inhaltlich und stilistisch immer wieder anders – oder ganz anders. Ich mag es, Lesungen schillernd zu gestalten. Lustig. Und furchtbar schwarz. Ernste Texte und leichte Unterhaltung im Wechsel halten das Publikum wach und mich am Leben. Alles wird verbunden durch Authentizität, die ich für den Kern echter Kunst halte.

Charlotte II

Charlotte II © Anja Es

Daneben arbeite ich als Laudatorin, schreibe u.a. die Kolumne für das Kunst-Magazin Milionart und verfasse den Einkaufszettel.

Um vollends in die Kunst einzutauchen betreibe ich noch eine ganz ordentliche Galerie für Contemporary Art in Timmendorfer Strand. Weil ich mir die Kunst zum Lebensinhalt gemacht habe, betrachte ich das nicht als Übermaß, sondern als Erfüllung.

Charlotte V

Charlotte V © Anja Es

Privatleben gibt’s auch noch. Natürlich mit einem Künstler.

Wie kamst Du zur Kunst ?

Die Kunst war immer schon da.

Mit 4, um mich ruhig zu halten,

mit 14, um die Pubertät zu überleben,

mit 24, um was anderes zu sein, als ich war,

mit 34, um endlich, endlich ich selbst zu werden,

mit 44, um mich zum Blühen zu bringen,

mit 54, um mich zu fressen, auf das ich Teil von ihr werde.

Vivienne (2)

Vivienne © Anja Es

Wie findest Du neue Motive oder Projekte?

In Allem steckt das Potential zur Kunst.

Man muss es nur entdecken.

Hilfreich ist immer die Frage nach dem WARUM nicht? Ich mache Vieles genauso wie die Anderen. Nur andersrum.

Chantal IV

Chantal IV © Anja Es

Dein Lieblingswerk? Wieso ?

Die gekreuzigte Fette von Rolf Ohst.

Seine Bilder zur Gier mit extrem dicken Frauen in feinstem Realismus sind wahnsinnig anrührend. Die ganze Serie zeigt mit größtmöglicher Emotionalität auf unsere Gesellschaft, die dabei ist, sich den gesamten Planeten einzuverleiben. Die Arbeiten tragen viel Liebe für das Weibliche in sich und sind in ihrer Unerbittlichkeit so gnadenlos, dass man sie nie vergisst, wenn man sie einmal gesehen hat. Letztendlich, sagt Rolf Ohst, sind es in allen Religionen doch immer die Frauen, die ans Kreuz genagelt werden. Da ist was Wahres dran und vermutlich gefällt mir deshalb dieses Bild „Vater Unser“ aus der Serie am besten.

Wie sieht Dein Atelier aus?

Anders

…als die Meisten es von einer Künstlerin erwarten. Wie das ganze Haus ist es weiß. So wenig Mobiliar wie möglich.
Die innere und äußere Welt ist farbig genug. Zuhause und im Atelier brauche ich visuelle und akustische Ruhe.

Marie-Claire II

Marie – Claire II © Anja Es

 

Die hier verwendeten Bilder verdanken wir Rolf Ohst, der auch über die Bildrechte verfügt.

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