Wolfgang Kschwendt

Kleine Präsentation Deiner Person!

Ich bin in den 70er und 80er Jahren am grünen Stadtrand von Salzburg aufgewachsen, und ging dann nach Wien, um ein Medizinstudium zu Gunsten von Musik und Malerei abzubrechen. Das Studium an der Akademie der Bildenden Künste begann ich bei Arnulf Rainer und beendete es 2003 in der Klasse von Franz Graf.  Obwohl ich mich dazu entschied, mich hauptsächlich auf bildende Kunst zu konzentrieren, konnte ich doch nie eine Ausdrucksform für die andere sein lassen. Webkommunikation gehört ebenso zu meinem Berufsbild wie Theatermalerei. Musik ist wichtig. Sprache ist wichtig. Improvisation. Im Kern versuche ich, der wilden Welt poetische Momente zu entnehmen ohne weichzuzeichnen.

strutt

strutt  © Wolfgang Kschwendt

Was bedeutet Dir Kunst und wie kamst Du dazu?

Als Schüler habe ich Karikaturen und Cartoons gezeichnet, bekam Aufmerksamkeit und hin und wieder Aufträge für Plakate. Handschrift und Zeichnung waren die ersten Forschungsfelder. Das hat sich von selbst ergeben. Die Linie ist mein Liebling. Irgendwann war die Arbeit an meinem Zeichensystem das Spannendste, was ich mir vorstellen konnte. Künstlerisch zu arbeiten bedeutet mir die Möglichkeit, mein Leben zu erweitern. Kunst schafft eine Freiheit, die mir persönlich sonst nicht möglich ist. Kunst ist Forschen an sich selbst und an der Welt. Ein Versuch, sich die Welt zu erklären und eine Möglichkeit zu reagieren.

Das Leben von MŠnnern und Frauen in unserer Gesellschaft

Das Leben von Männern und Frauen in unserer Gesellschaft © Wolfgang Kschwendt

Wie sieht Dein Atelier aus?

Mein Atelier hat zwei hohe Räume. Der kleine Raum hat ein Fenster, vor dem früher eine Birke stand. Dort steht ein Zeichentisch, der zur Hälfte mit Farben und Stiften vollgeräumt ist. Es gibt ein Waschbecken, einen Gasherd und einen Schrank für Material. An den Wänden lehnen, hängen Bilder. Ich arbeite, je nachdem, auf Tisch oder Boden. Im größeren Raum gibt es noch einen Zeichentisch, den man aber leicht verräumen kann, wenn man Bodenplatz braucht, einen Arbeitstisch für die Computer, ein Klavier, Gitarren und verschiedenes Equipement, ein rotes Sofa und Regale für Bücher und Bilder.

Inwiefern beeinflussen politische Geschehnisse Deine Werke oder Kreativität?

Gesellschaftspolitische Veränderungen, wie etwa die Flüchtlingsbewegung der letzten Monate, beeinflussen mich als wahrnehmenden Menschen und haben indirekt und unbewusst auch Einfluss auf meine Arbeit, weil ein wesentliches Element Improvisation ist, die aus einem veränderlichen und ständig wachsenden Vokabular gespeist wird. Ich reagiere auf Zeichen und Signale, die in der Öffentlichkeit auftauchen. Ich nehme mir Formen und gebe andere zurück.

GefŸhlte Vibrationen

Gefühlte Vibrationen © Wolfgang Kschwendt

Gibt es ein Gemälde, dass Du unbedingt haben möchtest? Wieso dieses?

Ich hatte noch nie das Verlangen nach dem einen Bild. Es gibt Künstler aus den verschiedensten Bereichen, die mich beeindrucken und (zu einem bestimmten Zeitpunkt) durch ihre Haltung oder Bildsprache beeinflusst haben. Zu ihnen gehören unter anderen (hier in alphabetischer Reihenfolge) Banksy, Carl Barks, Hervè Barulea (Baru), Paul Cezanne, Gunter Damisch, Valie Export, Tone Fink, Rene Goscinny, Franz Graf, Katsushika Hokusai, Frida Kahlo, Kurt Kocherscheidt, Raymond Pettibon, Sigmar Polke, Pipilotti Rist, Dieter Roth, Stefan Sagmeister und noch einige mehr. Dürfte ich nur einen nennen, wäre es vermutlich Sigmar Polke. MusikerInnen lasse ich hier, der Einfachheit halber, beiseite.
Sehr nahe kommen mir Skizzen und Notizen, die einer Arbeit vorangehen. Über eine solche kleine Skizze (ich habe nicht viel Platz) eines dieser Künstlerinnen und Künstler würde ich mich natürlich schon freuen. Aber eigentlich genügt es mir, ihre Arbeit zu kennen.

Ich wŠhne mich weiter

Ich wähne mich weiter © Wolfgang Kschwendt

 

Mehr über Wolfgang Kschwendt : www.kschwendt.net

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