Interviews

Super Pop Boy exklusiv für Singulart!

Super Pop Boy, wie kamst Du zur Kunst und wie wichtig ist Dir Kreativität?

Also alles begann mit einem kleinen Büchlein über Christian Dior. Es handelte von seinem Leben als Modedesigner, seinen neuen innovativen Entwürfen wie der H-Linie, der A-Linie und der Y-Linie und es war voll mit seinen bezaubernden Zeichnungen. Sofort wusste ich, wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann möchte ich genau so leben! Am nächsten Tag ging ich in Hamburg auf die Suche, wo ich Modedesign studieren konnte und erfuhr, das in 5 Tagen Bewerbungsschluss für die renommierte Fachhochschule Armgartstraße war. Obwohl ich bis dahin nie gezeichnet hatte, begann ich 5 Tage und Nächte Zeichnungen anzufertigen und Collagen zu entwerfen, um eine Mappe einreichen zu können. Die Mappe war voller Leidenschaft, aber scheiterte natürlich grandios (lol). Aber der Wunsch war geweckt. Es gab dann noch eine Privatschule, die Akademie JAK und dort empfahl man mir, ein halbes Jahr einen Zeichenkurs zu belegen und wäre ich erfolgreich, dürfte ich bei ihnen studieren.

612_05246ba0cf33764c51e0efd7a86573a6

Make a wish! (press the button)© SUPER POP BOY

Du wurdest dann angenommen. Wie hat dich die Akademie JAK dann in deinem beruflichen Werdegang beeinflusst?

Die Zeit als Student an der Akademie war eine der schönsten in meinem bisherigen Leben. Die Studenten kamen aus allen Himmelsrichtungen und jeder war ein Unikat. Die Lehrer waren meist jung und trotzdem hochqualifiziert und der Lehrplan orientierte sich am Lehrplan des Bauhauses. Es wurde viel Wert auf das Handwerk gelegt. Es gab Kurse für Illustration, Aktzeichnen, Modezeichnen. Dazu kam die Farbenlehre von Johannes Itten, wir bauten Fotogramme nach der Methode von Laszlo Moholy-Nagy oder entwarfen Kostüme nach den Ideen von Oskar Schlemmer. Einer meiner Lieblingslehrer war der damals geheime Star der Comicszene Martin tom Dieck. Normalerweise ist beim Illustrieren eines Comics schon vieles vorgegeben, wie z.B. die Story, die man dann nur noch bebildert. Martin machte es umgedreht. Er begann einfach etwas zu zeichnen, wie z.B. den Holzboden eines Schiffes und dann entwickelte er aus der Maserung des Holzes den Dampf des Schornsteines. Am nächsten Tag malte er dann etwas ganz anderes und fügte erst am Ende alles zusammen. Zu so einer Herangehensweise gehört viel Mut, denn Du weiß ja nicht was am Ende herauskommt und ob es überhaupt funktioniert. Es zählt nur der Moment, Du bist so viel konzentrierter und es ist intensiver, als wenn Du einfach etwas fertig machst. Das war eine wichtige Erfahrung fürs Malen, wie auch für das Leben überhaupt. (lol)

Gab es für Dich immer schon Pop Art oder hast Du dich auch in anderen Richtungen versucht?

Oh ich bin viel zu neugierig um nur an einer Sache zu kleben. (lol) Super spannend ist z.B. Action painting und ich kann jedem nur empfehlen, es mal zu probieren. Du machst Deine Lieblingsmusik an, tauchst den Pinsel in Farbe und verteilst sie dann so wie Du es fühlst auf der Leinwand. Es ist eine sehr spirituelle Malerei, die dazu ungemein Spaß macht! Auf der anderen Seite interessiert mich aber auch die Conceptual Art, wo die Idee/das Denken im Mittelpunkt steht. Malerei bedeutet für mich zunächst erst einmal immer Farben, also Emotionen! Das bildet ja die abstrakte Kunst auch gut ab. Mir persönlich ist das aber auf die Dauer dann doch zu wenig. Wie beim Ying und Yang braucht ein perfektes Kunstwerk für mich auch das Denken, eine Idee, die trägt. So kann ich morgens, wenn ich auf das Bild schaue und das Haus verlasse entscheiden, erfreue ich mich an der Farbe oder geleitet mich die Idee oder eine Erinnerung durch den Tag. Im Moment arbeite ich gerade an einem Bild mit dem Text „Verschwende Deine Jugend“, ein wundervoller Gedanke! (lol) Pop Art ist somit eine perfekte Verbindung von Emotionen und dem Denken und sie lebt im Heute, bezieht sich auf Zeichen und Symbole aus dem Alltag und ist somit auch sehr authentisch.

612_4525d244db995f5771ebbd4ef0b789c3

Verschwende Deine Jugend© SUPER POP BOY

Erzählst Du mir etwas über die Entstehung von „The Neon Orange One“?

Ja, das ist ein gutes Beispiel. Also wie gesagt beginnt alles mit der Farbe und einer Emotion. Neonacrylfarben sind dabei meine absoluten Lieblinge! Sie leuchten und strahlen, sind voller Energie! Das Gemälde „The Neon Orange One“ ist dabei Teil der „Andy“-Serie, in der jedes Bild eine Hauptfarbe hat und danach auch benannt wurde.

612_195df61409ab6236b284a035fc62b226

The Neon Orange One© SUPER POP BOY

Es gibt noch „The Red One“, „The Yellow One“, „The Silver One“ und 12 weitere bisher.Die Herausforderung ist dann die Kombination der Hauptfarbe mit den Nebenfarben, wobei jede Kombination – wie bei einem Parfüm – dann wieder eine besondere Note bzw. Emotion erzeugt. Die Farbkombination Neonorange – Schwarz – Weiß steht für mich im Bild für Energie – Klarheit – Entschlossenheit. Und das passt ja auch zum Inhalt. Der Text im Bild bezieht sich auf Aussagen von Elon Musk, dem Erfinder und Gründer von Tesla, SpaceX, paypal, Hyperloop, Solarcity etc..Er ist für mich der genialste Erfinder des 21. Jahrhunderts und nachdem ich seine Biographie las, musste ich das irgendwie malen. Es ist eines meiner Lieblingsbilder!

ZumSchluss, Super Pop Boy, was ist deine größte Inspiration?

Bestimmt die Kindheit und der kindliche Blick. Wenn wir Erwachsen werden, verlieren wir etwas, unsere Spontanität. Wir entwickeln Vorurteile und Gewohnheiten, haben Angst vor diesem und jenen, beginnen zu funktionieren. Diese Übel muss bekämpft werden, es schränkt die Leute ein und behindert sie. Als Maler bleibe ich deshalb in der Phase des Kindes und hole mir Inspiration von überall her, lese Unmengen von Zeitschriften und Büchern, spiele Videogames, schaue TV und verschwende meine Zeit. Dabei hilft mir, dass ich in Berlin im Prenzlauer Berg wohne. Hier gibt es die meisten Cafes, jedes hat einen anderen Kaffe (wichtige Vorraussetzung für Inspirationen!) lol – und jedes hat andere Zeitschriften.

612_3a6dc969570a16e115da341e685abf8f

Berlin Syndrome© SUPER POP BOY

Ich lese dabei alles, am liebsten die GQ, Mode oder- Kunstmagazine. Dabei fällt mir gerade auf, dass ich in letzter Zeit viel über Punk und Protest lese. Evtl. kommt jetzt die Krawallphase und ich in die Pubertät??? Ahhhhhhh …..

Entdeckt das kreative Universum von Super Pop Boy auf Singulart :www.singulart.com/de/künstler/super-pop-boyund auf seiner Website :www.superpopboy.com/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.