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Kleine Präsentation Deiner Person!

In Hamburg geboren, in Baden-Württemberg aufgewachsen und wieder in den Norden zurückgekehrt hat es einige Zeit und Umwege gebraucht, bis ich mich der Kunst zugewandt habe. Das künstlerische Talent und die Affinität zum Material Papier hat mich zuerst in einer Ausbildung zur Buchbinderin landen lassen. Nach dem auf den Gesellenbrief folgenden Abitur habe ich mit Begeisterung Design studiert, womit ich auch bis heute neben meiner künstlerischen Arbeit beruflich tätig bin. Hamburg bin ich seit dieser Zeit treu geblieben, obwohl ich auch die südliche Sonne Süddeutschlands, Italiens und Frankreichs sehr liebe – bevorzugt auf Wanderungen mit Skizzenbuch im Tagesrucksack.

Was bedeutet Dir Kunst?

Ohne Kunst kann ich nicht leben. Mein künstlerisches Interesse gilt der Beleuchtung der Verhältnismäßigkeit des Seins, der Erforschung des Banalen und Besonderen, dem daraus entstehenden Dialog. Spannend in meiner Arbeit ist für mich der dynamische Prozess, der auch nach Fertigstellung einer Arbeit nicht endet – wenn der Betrachter
einbezogen wird. Durch Wiederholen und Aneinanderreihen von Bildern und Bildmotiven, aber auch durch den Einsatz von Collagen, entstehen unterschiedliche Realitätsebenen, die miteinander in Dialog treten und damit die Arbeit während des Schaffens beeinflussen. Die Spannung ist Teil meiner Arbeit.
Dabei steht die Figur im Vordergrund. Das für die Collagen verwendete Material kann selbst zum Motiv werden. Wenn ich Text – meistens aus Zeitschriften – verwende, wirkt im Bild einerseits seine Struktur, gleichzeitig wird aber auch seine Bedeutung wahrgenommen. Der Ausriss oder das Collagieren bewirkt, dass diese Bedeutung aus ihrem eigentlichen in einen neuen Zusammenhang gestellt wird – es entsteht Austauschbares und Assoziiertes, das neue Assoziationen während und nach dem Arbeitsprozess zulässt.

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Getane Arbeit 2009 40 x 30 Acryl, Collage, Leinwand

Dein Lieblingswerk? Wieso?

Mein erstes Lieblingswerk war Jawlenskys „Frau mit Pfingstrosen“. Es hat mich farblich sehr angesprochen und vom Aufbau. Vielleicht haben mich auch die unterschiedlichen Rottöne fasziniert, da ich selbst sehr gern Rottöne in allen Schattierungen verwende. Aber es gibt noch viele Werke mehr, die ich je nach Tagesform hier aufzählen könnte. Ich bin ein großer Fan von Robert Rauschenberg, und sehr beeindruckt hat mich das gesamte Lebenswerk von Louise Bourgeois.

Wie sieht Dein Atelier aus?

In erster Linie chaotisch: Zeitungsausschnitte, Schnipsel, bemalte Papiere zum weiternutzen, mehrere Leinwände oder Malgründe nebeneinander. Mein Arbeitsplatz befindet sich in meiner Wohnung, was oft praktisch ist, da ich keinen Arbeitsweg habe und quasi sofort spontan, wenn es mir in den Sinn kommt, arbeiten kann. Aber gern würde ich ein „richtiges“ Atelier bewohnen.

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Parallelleben 2017, 2 Leinwände á 40 x 80, Acryl, Collage, Assemblage, Leinwand

Deine künstlerischen Highlights?

Meine kleinen Highlights schaffe ich mir durch mein wöchentliches figürliches Zeichnen, das ich seit dem Studium mit kurzen Unterbrechungen praktiziere. In der Regel nutze ich zweimal die Woche die Gelegenheit, nach Modell zu skizzieren. Da ich auch für Leinwandarbeiten collagierte Zeitung verwende, hatte ich vor einigen Jahren die Idee, mir meine Skizzenbücher selbst aus Zeitung zu binden. die Textfetzen sind während des Zeichnens inspirierend und stellen das Ergebnis in einen neuen Zusammenhang.

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Mehrere Beispiele aus meinen aus Zeitung gebundenen Skizzenbüchern, Figürliche Zeichnung nach Modell

 

Erfahren Sie mehr über Susanne Kleiber : www.susannekleiber.de 

Susanne Kleiber führt auch einen Blog : blog.susannekleiber.de

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