Künstlerin Sylke Gande im Interview

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Kleine Präsentation Deiner Person!

Ich bin 1970 geboren. Meine Kindheit, die ersten 10 Jahre, habe ich in Norddeutschland verbracht. Viel Raum, viel Grün. Gemalt habe ich schon immer gerne. Das ging zu jeder Zeit. Meine Mutter hat mir mit dem wenigen Geld das wir hatten, viel ermöglicht und Mal-Unterricht gehörte als Teenager dazu.

Später in Süddeutschland hatte ich in der Schule einen sehr kreativen Freundeskreis. Schreiben, Malen, Musik, Natur… das war mir damals wichtig und ist es heute noch. Mit solchen Menschen um mich rum fühle ich mich wohl. Kunst war überleben…

Ich habe Grafik Design studiert, der Unterricht war noch sehr klassisch mit nur Handarbeit ohne Computer. Das ist auch heute noch mein Butter und Brot Job. Ich arbeite im Bereich Verpackungsdesign und Illustration. Da gilt es sehr genau zu arbeiten. Beim Malen habe einen anderen Modus.

In den letzten 10 Jahren ist noch ein neuer Kunstweg dazu gekommen. In Form von Schwertkampf. Das Schwert schneidet mir den Weg frei, ganz einfach. Es gibt mir viel Kraft auch weiterhin kreativ zu sein im Leben. Den Bereich Kampfkunst (wie z.B. Aikido, Iaido, Kendo) hatte ich schon viele Jahre zuvor in dem was ich gerne male mit aufgenommen. Jetzt selber aktiv mit Schwert, fühle ich mich dem noch tiefer verbunden.

Ich, das Papier und die Farben haben mich bisher nicht verlassen. Themen sind Liebe, Krisen, Natur, Mystik und Kampfkunst….

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in mir 2007 © Sylke Gande

Was bedeutet Dir Kunst?

Für mich ist Kunst, also die die durch mich entsteht, ein Abbild von dem was gerade ist und brennt. Und sich durch mein Tun jetzt auf dem Papier oder der Leinwand zeigt. Es ist das, was mich bewegt – in mir oder im Außen.

Das spätere Bild macht es einfacher. Ist ein Baustein, ein Weg, …ich liebe diese Bild-Landkarten. Und ich liebe es verschiedene Farben von Acryl, Aquarell bis hin zu Tinte zu benutzen und auch mal wild zu mischen.

Oft habe ich auch nicht sofort eine klares Verständnis von dem was da entsteht. Ich lasse viel laufen. Dann bin ich mit mir im Frieden, es entsteht Ruhe. Das was sich in mir gesammelt hat, hat sich verändert und verändert sich noch während dem Malen. Ein Bild gibt Antworten.

Ich rede gerne mit Freunden über meine Arbeiten. Ihr Input und das gemeinsame Entdecken bringt Hinweise für mich und die anderen. Das macht Spaß. Das ist Leben und lebendig.

Ich male auch einfach so ohne was wissen zu müssen, oder zu wollen – aus purer Freude. Und ich liebe Farben, die unendlichen Möglichkeiten. Ich genieße es das tun zu dürfen, alleine oder in einer Gruppe mit Gleichgesinnten.

Ich teile meine Bilder, die Entstehungsprozesse gerne. Besonders im Web. Es freut mich, wenn die Arbeiten anderen gut tun und sie wichtig werden und manche ein Bild von mir echt brauchen.

Die Kunst von anderen inspiriert mich. Besonders auf Facebook oder Instagram. Ebenso gab es Zeiten wo ich nichts von anderen sehen wollte. In Ausstellungen bin ich selten. Besonders mag ich allerdings das Buchheim Museum am Starnberger See.

Die für mich beste Ausstellung, die ich besucht habe, war die von Roberto Ciaccio in Mailand. Eine abstrakte Ansammlung von „magischem“ Violett und Blau, die mich sehr beeindruckt hat.

Heute genieße ich es sehr andere Künstler zu treffen, z.B. die letzen Jahre auf Bali und in der Türkei. Einfach zusammen zu sein, sich auszutauschen, zusammen zu arbeiten und Kontakte zu knüpfen, weltweit. Trotz Entfernung bleiben diese unkompliziert bestehen. Freundschaften entwickeln sich.

Kunst, oder das was ich da so tue hat mir in allen Lebenslagen geholfen.

Green Heart 2012

Green Heart 2012 © Sylke Gande

Dein Lieblingswerk? Wieso ?

Lieblingswerke gibt es für mich pro Lebensabschnitt oder pro Jahr…. So sind das einige. Ein Bild wird wichtig, wenn ich es über längere Zeit gerne anschaue oder auch aufhänge. Dieses Jahr ist es „Tibet Dog“, ich habe es an einem Platz gemalt der voller tropischer Pflanzen, viel Regen, Kraft und Frieden war. Vor einiger Zeit war es „Green Heart“.

Werke von anderen die ich liebe sind sind z. B. die von Denis Sarazhin, Aneh Mohammad Tatari, Jeff Weir und Mohammad Bin Lamin. Die Arbeiten ziehen mich an, wieso genau ist unwichtig.

Tibet Dog 2017

Tibet Dog 2017 © Sylke Gande

Wie sieht Dein Atelier aus?

Der Platz wo ich arbeite ist zur Zeit ist hauptsächlich mein Wohnzimmer. Ich brauche heimelige Atmosphäre mit Musik und Sachen um mich rum die ich gerne um mich habe. Ich arbeite auf dem Boden, auf Tischen oder auch mal mit Staffelei und am Computer. So ist es auch möglich zu jeder Zeit was zu erschaffen. Zudem tue ich gerne etwas abends und in der Nacht. Mein Atelierbeteiligung hier in München war einfach zu weit weg und zu teuer. Doch ein Traum ist auf jeden Fall ein großer Raum zum arbeiten und alles stehen lassen um die Ecke.

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Arbeitsplatz

Deine künstlerischen Highlights?

Das ist jetzt schwer zu beantworten. Ein Bild was ich wichtig finde von mir ist für andere vielleicht kein Highlight. Und jeden den ich frage, findet etwas anderes bei mir ansprechend, besonders oder schön. Und bei der Menge an Arbeiten über all die Jahre… Einige sagen das Bild „Garden II“ von 2015 wäre eines.

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Garden II 2015 © Sylke Gande

Es ist relativ abstrakt und anders als alles zuvor. Und der „Falcon Phoenix“ von 2013 bedeute mir selber viel, er ist ein Teil von mir. Entstanden während eines Workshops von Philip Rubinov Jacobson.

Falcon_phoenix_2013

Falcon Phoenix 2013 © Sylke Gande

 

Mehr über Sylke Gande : gan-do.blogspot.de
www.facebook.com/Sylke-Gande-Art

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