Interviews

OSTER+KOEZLE im Interview

Könnt ihr euch kurz vorstellen?

Wir kennen uns schon seit unserer Schulzeit in den sechziger Jahren. In den Jahren danach haben wir beide unabhängig voneinander unsere Berufswege beschritten: Willy als Maler mit Studium an der FH Köln und SG als Werbefotograf mit handwerklicher Ausbildung in Düsseldorf. 1999 entstanden unsere ersten gemeinsamen Arbeiten, die daraus resultierten, dass SG die installativen Arbeiten Willy’s fotografiert hatte. Da die Installationen nur temporär waren, blieben SG’s Fotos zurück, die wir dann gemeinsam bearbeiteten. Schon damals begannen wir, kleine, aber wichtige Veränderungen an den Bildern auf elektronischem Weg vorzunehmen.

Arbeitet Ihr auch unabhängig oder ist das Künstlerduo unzertrennbar?

Zugunsten unserer gemeinsamen Arbeit hat Willy seit 2013 mit seiner Malerei pausiert, SG kann allerdings den Finger vom Auslöser seiner Kamera nicht lassen und führt seine freie fotografische Arbeit weiter. OSTER+KOEZLE funktioniert nur in der Zusammenarbeit und ist für uns beide unser primärer Antrieb. Insofern, ja, sind wir unzertrennbar.

Wie würdet ihr euren gemeinsamen Arbeitstag beschreiben und wie sieht eure Zusammenarbeit aus?

Wir treffen uns in SG’s Atelier an 3-4 Tagen in der Woche und arbeiten gemeinsam. Wir suchen Orte zum Erstellen unserer Grundlagenfotos, fotografieren zusammen (wobei SG den technischen Teil übernimmt) und verbringen Stunden und Tage am Mac vor unseren kalibrierten Monitoren, um in gemeisamen Diskussionen das Material zu bearbeiten.

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Da euer Stil über die Jahre immer mehr die Abstraktion bevorzugt: Was hat sich geändert – das Thema oder die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten?

Als wir begannen, ging es darum, malerische Rauminterventionen von Willy mit Hilfe von Fotografie und elektronischer Bildbearbeitung zu selbstständigen Fotokunstwerken zu machen. Der nächste logische Schritt war, Bilder geeigneter Räume mit farbigen Flächen zu verbinden – nun aber ohne jeglichen malerischen Eingriff. So entstand unsere erste Arbeitsreihe, die wir später ‚rooms‘ nannten.

Viele Jahre haben wir uns mit diesem Thema beschäftigt. Dabei gab es auch Variationen, die Weiterentwicklungen aufzeigten. So waren nicht nur das Verdecken von Raumteilen, sondern auch Eingriffe in die perspektivische Wahrnehmung von Raumabbildungen die Konsequenz. Was ursprünglich vereinzelte Arbeiten waren, wurde ab 2014 zur Werkreihe ‚perspectives‘.

Im gleichen Jahr entwickelten wir eine Methode, Räume nunmehr mit soliden Farbflächen zu verdecken und hieraus Ausschnitte zu kreieren. Durch dieses ‚virtuelle Schlüsselloch‘ bleiben Teile des Raumes zu erkennen, die dem Betrachter als eigenständige architektonische Objekte vor einem farbigen Hintergrund erscheinen: Die ‚architectures‚ waren geboren.

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#215, Ohne Titel, Serie architectures, 130x100cm

Die bisher letzte Entwicklung unserer gemeinsamen Arbeit ist die ‚schwarz/weiss‚ Serie, bei der wir auf solid-farbige Flächen verzichten und aus Raumdetails durch teiltransparente Veränderung von Elementen Bildkompositionen machen.

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#233 Serie schwarz/weiß, Ohne Titel, 100x150cm

Vom ersten Tag bis heute war und ist die visuelle Wahrnehmung von Raum unser Thema. Die einzelnen Werkreihen haben sich im Laufe der Zeit natürlich entwickelt.

Ist Digital ein Neues Medium oder nur Mittel zum Zweck?

Die Anwendung der für SG schon bekannten, wenn auch damals noch in den Kinderschuhen steckenden Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung, war von Anfang an ein nicht weg zu denkender Teil unserer Arbeit. Unsere technisch/handwerklichen Grundlagen sind bis heute die Fotografie und die Bearbeitung eines resultierenden Datensatzes, um unsere ästhetisch/gestalterischen Ansprüche in Bildern zu manifestieren.

Zur Webseite der Künstler:www.osterundkoezle.de

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Das Profil von OSTER+KOEZLE auf Singulart:https://www.singulart.com/de/k%C3%BCnstler/oster-koezle-630

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