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Stell Dich kurz vor!

In meinen Arbeiten beschäftige ich mich größtenteils mit den Wechselwirkungen zwischen Popkultur, Digitalisierung und Urban Art, welche ich malerisch und grafisch verarbeite. Auf Leinwänden und Wandgemälden entstehen futuristische Welten, in denen digitale und analoge Realitäten gegeneinander gestellt werden und die zunehmende Digitalisierung von Gesellschaften weltweit verhandelt wird.

Typisch für modernes Graffiti stehen am Ausgangspunkt meiner Werk einerseits häufig meine Buchstabenkombination „Bond“, welche ich kalligraphisch und stilistisch verfremdet stets aufs Neue reproduziere. Zudem gestalte ich aufwändige Illustrationen auf Papier und Leinwand sowie in zunehmendem Maße raumgreifende Multimedia-Installationen.

Ich versuche eine gewisse Experimentierfreudigkeit in Schrift, Form und Material zu kultivieren und diese auch durch ausgedehnte Reisen zu Ausstellungs- und Projektorten, (u.a. in Ägypten, Indien, Indonesien, Thailand, Malaysia, Myanmar, Taiwan und Japan) zu erfrischen. Mein Lebensmittelpunkt ist jedoch seit geraumer Zeit Leipzig.

 

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Objects on a mountain range III, 2016, 100x100cm

Wie kamst Du zur Kunst und wie genau von Graffiti-Kunst im öffentlichen Raum zur Arbeit mit der Leinwand?

Mein ursprüngliches Interesse am grafischen Ausdruck wurde in der Tat durch die visuelle Energie und auch den aktiven Aspekt von Graffiti. Das Erkunden der Stadt und meiner Lebensräume und die Organisation von großflächigen Gestaltungen sind nach wie vor meine liebsten künstlerischen Aspekte. Überdies hinaus habe ich über meinen Willen zum Experiment Interesse an vielen anderen Ausdrucksformen gefunden und nutze seit einigen Jahren auch Leinwände, Plexiglas und Multimediale Installationen als Medium. Gerade die Arbeit im Studio bietet gänzlich neue Aspekte und ich kann Details und Ideen umsetzen, welche auf Wänden schwer zu realisieren sind.

Was möchtest du mit deiner Kunst ausdrücken?

Ich sehe meine Arbeiten als Momentanaufnahme eines popkulturellen und modernen Geisteszustands. Themen wie Digitalisierung und Technologie spielen darin ebenso eine große Rolle wie Vergänglichkeit und Spiritualität. Ich versuche eine Ästhetik einzufangen und zu spiegeln, die ich in unserem Zeitgeist zu spüren glaube.

 

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Personalities III, 100x180cm

Wie gehst Du vor, wenn Du mit einem neuen Werk beginnst?

Planung ist die halbe Arbeit und zunächst steht für eine neue Arbeit eine Reihe von Studien an. Früher habe ich dafür den Zeichenblock benutzt, heute ist es oftmals der Computer. Wenn ich ein Arrangement gefunden habe, dass mir passt, überführe ich den digitalen Entwurf zurück ins Analoge. Sprich; ich male es und nehme unterwegs natürliche Änderungen vor. Auch dieser Aspekt ist wichtig an meinem Arbeitsprozess; nicht die Maschine macht die Kunst, sondern der Mensch und seine Intuition. Kunst kommt in diesem Falle nicht von künstlich.

Erzähl uns etwas zu deinem Werk „In love with a social bot“!

Die malerische Darstellung einer leblos wirkenden Büste – einem Template aus einer 3D Software – steht buchstäblich als Platzhalter für den modernen Menschen, der fragmentiert in Bezug zu anderen seiner Art gesetzt ist. Kommunikation und Identitätsbildung im digitalen Zeitalter werden im Rahmen des Werks behandelt und regen den Betrachter dazu an, seine eigene Position als „transparenter Mensch 2.0“ zu hinterfragen. Die malerischen Auseinandersetzungen mit spiegelnden, bzw. metallischen Flächen und Lumineszenzen weisen Analogien zu Monitoren, Schaltkreisen und weiteren technischen Komponenten auf. Die oftmals vorherrschende Ästhetik eines groben digitalen Renderings und vielfach widerkehrende grafische Elemente stellen Bezüge zur modernen visuellen Kommunikation dar. Fragmentiert und repetitiv angeordnet, leben wir tagtäglich verschiedene Rollen und passen unsere Persönlichkeit je nach Perspektive und Situation an. Soziale Interaktion formt uns dabei maßgeblich und nur durch die Relation zu anderen können wir wirklich die Person erkennen, die wir sind. Soziale Bots sind kleine Computerprogramme, die je nach Programmierung im Internet agieren und uns kaum merklich eben diese Menschlichkeit vortäuschen.

 

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In love with a social bot, 120x120cm

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