Margarete Schrüfer im Gespräch

639_1f30cb564597e957cd525caac91434c4

Kleine Präsentation Deiner Person!

Ich bin 1969 in Bayreuth geboren und habe von 1997 bis 2002 an der Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Ottmar Hörl studiert und mein Studium als Meisterschülerin abgeschlossen. Seitdem bin ich freiberuflich als Künstlerin tätig.

Was bedeutet Dir Kunst?

Ist aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Das ist, wie wenn man Kinder hat, die begleiten einen auch ein Leben lang.


1124_64a25d9775a584121e60dcd40fb64544
Frühling in Simulacrum I, 110x243cm
 

Wie gehst Du vor, wenn Du mit einem neuen Werk beginnst?

Am Anfang jeder Arbeit steht für mich die Recherche über mein zu bearbeitendes Thema. Im Laufe der Zeit entwickelt sich die Idee, wie ich dieses Thema umsetzen könnte und wird zu einem inneren Bild, das dann nur noch abgearbeitet werden muß. Mit „abarbeiten“ meine ich das Falten, fotografieren und am Computer bearbeiten meiner Objekte.

Wie hat sich deine Technik über die Jahre entwickelt zu dem hin, wie sie jetzt ist?

Während meiner Studienzeit habe ich mich sehr für Computertechniken, Fotografie und Filmschnitt interessiert und auch in diese Richtung gearbeitet. Nach einem Japanaufenthalt hat mich dann Origami, die japanische Technik des Papierfaltens, nicht mehr losgelassen. Mittlerweile verbinde ich in meinen Arbeiten das, was ich an Handwerk während meines Studiums gelernt habe, mit Origami.
Im Vergleich zu früheren Arbeiten haben sich die Fotos weiterentwickelt, indem ich die einzelnen Faltschritte in die Fotos integriert habe. Hintergrund dafür ist die Tatsache, dass alles, was es in der Natur gibt, aus Faltungen besteht:
Von der DNA bis hin zu deinem Gehirn, einfach nur ein Blatt an einem Baum oder ein Grashalm. Durch die Faltung entsteht eine Vergrößerung der Oberfläche, das jeweilige Objekt kommt dadurch mit viel weniger Platz aus. Auch lässt sich alles, was existiert mit Origami falten.
Meine jüngsten Arbeiten sind eine Serie mit dem Titel „Frühling in Simulacrum“. Der Titel bezieht sich auf genau dieses Prinzip. Simulacrum bedeutet ganz salopp ausgedrückt ein Objekt, das keine Kopie des Originals ist, sondern ein Objekt, das einen hinter die Kulissen blicken lässt, wie z.B. bei einem Tag der offenen Tür. „Simul“ für „ähnlich“ beschreibt sowohl das Bild als auch das Abbild. Es kann genauso Trugbild wie Traumbild sein. Gleich geblieben sind die Motive, die auf der alten Tradition der Blumenstillleben aus dem 17. Jahrhundert beruhen.

1335_c0076902350e229c33c613278f730b37

Hyazinthen, 90x60cm

 

Gab es eine Begegnung, die deine Kunst für immer verändert hat?

Das war schon der Japanaufenthalt, ohne den sich meine Arbeiten mit Sicherheit in eine andere Richtung entwickelt hätten.

1171_bf8a2b4d3470ab76fdbd975e8b5e736e
Gardening (7 Mohnblumen)
Zur Webseite der Künstlerin: margareteschruefer.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.