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Können Sie sich uns kurz vorstellen?

Mein Name ist Petra Gell, ich habe an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Markus Prachensky Künstlerisches Lehramt und Malerei und Grafik bei Gunter Damisch studiert. Ich lebe und arbeite in Wien.

Sie sind Gründerin der Künstlerinnengruppe „Die 4 Grazien“. Wie kam es zu der Gründung und wer sind die anderen Künstlerinnen?

Wir haben uns beim Studium kennengelernt, haben immer wieder gemeinsam ausgestellt. Ein Assistent hat, wenn er eine von uns Vieren gesehen hat, immer gemeint: ‚Ah schon wieder eine von den Grazien!‘. So sind wir also als Künstlerkollektiv ‚Die 4 Grazien‘ entstanden.

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„Minigolf 4“, 2017, Acryl, Bleistift auf Holz, 50×70 cm

 

Wie arbeiten und engagieren Sie sich im Kollektiv?

Wir planen den Ort und das Setting, treffen uns dort und dann wird situationistisch gearbeitet. Meist entstehen Fotos als auch ein Video. Es wird nur mit dem Stativ gearbeitet. D. h. wir sind unter uns, das schafft eine vertraute, intime Situation.

Eines unserer ersten Projekte war ‚Markieren‘, an dem wir allerdings bis heute arbeiten. Ebenso ist ‚Stay in shape‘ eine Serie, die wir immer wieder aufgreifen.

Künstlerisch haben Sie sich von der Fotografie zur Malerei entwickelt – wie kam es dazu und welches der beiden Medien spricht Ihnen mehr zu und fordert Sie mehr?

Mein Kunstlehrer zu Schulzeiten hat gemeint, dass meine Fotos stets sehr malerisch sind und ich ein besonderes Auge für Architekturfotografie habe. Ich soll mich doch auf der Akademie bewerben. Das tat ich auch und irgendwie war aber dann klar, dass ich in die Malerei-Klasse will. Die Fotografie hat mich stets begleitet, erst jetzt nimmt sie einen größeren Stellenwert ein und ich zeige auch Fotoarbeiten. Der künstlerische Prozess, den du stets bei der Malerei hast, das Arbeiten an deiner Formensprache, die sich doch auch verändert, das ist mir sehr wichtig.

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„Let’s take another road 4“, 2014, Acryl auf Leinwand, 95×110 cm

 

In Ihren Werken geht es zentral um Raumverhalten und Abstraktion von Architektur und Objekten – wie kam es zu diesem künstlerischen Interesse und wie gehen Sie bei Ihrer Arbeit an neuen Projekten vor?

Seit ich denken kann, fotografiere ich Häuser. Egal wohin ich mich bewege, die Architektur wird festgehalten. Meine Diplomarbeit schrieb ich über ‚Faschistische Architektur in Italien‘ und zu meinem Malerei-Diplom machte ich Architekturmalereien der klassischen Hotels an der Adria. Dabei bin ich geblieben. Wobei sich meine Arbeiten gerade sehr ins Reduzierte, Abstrakte, Geometrische verändern.

Zum einen arbeite ich an Projekten für Einreichungen, im Moment z. B. mache ich eine Rauminstallation für eine ehemalige Renaissance Kapelle, zum anderen bin ich immer an einer Serie von Malereien dran. Wenn ich eine Serie beginne, kommt zuerst die Überlegung des Bildträgers. Meist lege ich mir dann Fotos, Ausschnitte aus Zeitungen und Magazinen, Farbmuster, sämtliche Objekte… zurecht und beginne dann mit der Konstruktion.

Können Sie uns etwas zu Ihrer Serie „Luftblasen im Winterpalast“ sagen?

Bei diesen Arbeiten ging es mir um den Sehnsuchtsort, der sich zwischen der urbanen geometrischen Form und einer Landschaft befindet, der wohl definiert, aber nicht greifbar ist.

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„Luftblasen im Winterpalast 1“, 2014, Acryl auf Leinwand, 95×110 cm

 

 

Das Profil der Künstlerin auf Singulart: https://www.singulart.com/de/k%C3%BCnstler/petra-gell-969

Die Webseite von Petra Gell: http://www.petragell.com/

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