Der Fotograf Florian Rexroth

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Können Sie sich uns kurz vorstellen?

Florian Rexroth, 36 Jahre, Fotokünstler und Holzarbeiter, fotografisch ausgebildet am Lette-Verein zu Berlin. Nach turbulenten Jahren in Berlin verließ ich die Stadt und stürzte mich ins Leben. Mit meiner damals noch jungen Familie reiste ich durch Europa und nahm mir Zeit für meine Kinder, Entspannung und mich. Nun bin ich wieder in Deutschland und lebe auf dem Land, wo ich die nötige Ruhe und Inspiration für meine künstlerische Arbeit finde.

Wie kamen Sie zur Fotografie?

Mein damals bester Freund arbeitete in einem großen Fotolabor. So lernte ich ein paar Fotografen kennen und war ziemlich schnell fasziniert von dieser Arbeit. Es dauerte nicht lange und ich hatte meine eigene Kamera.

 

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Nr. 12, 2011, Fotografie, 44×55 cm

In Ihrer Arbeit stellen Sie Bäume und Pflanzen aus der Umgebung heraus – wann haben Sie damit angefangen und wie kam Ihnen die Idee dazu?

Die Idee kam mir 2007 an einem nebligen Tag auf dem Weg zum Bahnhof. Durch den Nebel sahen die Bäume wie freigestellt aus und ich wusste, das will ich fotografisch umsetzen. Die Bäume, mit denen ich von klein auf sehr verbunden bin, sollten eine Bühne erhalten, um ihre einzigartige Persönlichkeit zeigen zu können. Als Fotograf ist es ganz klar, dass man mit solch einer Intention auf das Genre Portrait zurückgreift. Das Ruhige und Unabgelenkte, wie man es in Bildern wie z.B. von Nadar findet, fesselte mich schon lange. Und so kam es dazu, meinen Protagonisten, den Bäumen, ebenfalls einen Hintergrund zu geben der unabgelenkt den Bilck frei gibt auf ihre
Wesensart.

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Nr. 8, 2010, Fotografie, 58×48 cm

 

Wie gehen Sie bei der Arbeit an einem neuen Projekt vor? Und wie genau kann man sich den Prozess dahinter vorstellen? Wie lange dauert in der Regel die Arbeit von der Idee bis hin zum fertigen Bild?

Ich mache viele Skizzen. Bringe die Bilder zuerst aus dem Kopf auf das Papier. Hierbei klären sich schon einige Details. Je nach Thema folgen Ortsbesichtigungen, Testaufnahmen, Recherchen oder Gespräche. In diesem Prozess ergeben sich so Stück für Stück alle Teile des fertigen Bildes. Spannend wird es dann, wenn die Vorbereitungsphase ins eigentliche Erstellen der Bilder geht. Manchmal bin ich gleich auf dem richtigen Weg und ein andermal finde ich nicht zu einem Bild. Das kann durchaus zum Verwerfen der gesamten Idee führen. Es ist ein ständiger Fluß von Ideen, Inspirationen, nachgehen von Impulsen, verwerfen von Themen und finden von Bildern. Im Laufe der Jahre bin ich damit immer souveräner geworden, habe mich vom kopflastigen Arbeiten, eher hin zum Fließenlassen im Entstehen meiner Bilder entwickelt.

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In wie fern hilft Ihnen dabei Ihr handwerklicher Berufshintergrund?

Dieser recht lebhafte und wilde Entstehungsprozess wird durch meine berufliche Basis als Tischler bestens ergänzt. Die Struktur in den handwerklichen Abläufen verhilft mir zu Klarheit und Ruhe. Ein Merkmal meiner künstlerischen Arbeit, das sich ohne meinen Berufshintergrund wahrscheinlich nicht ergeben hätte, ist die Vollendung meiner Werke. Meine Kunst gibt es ausschließlich als Einheit aus Bild und Rahmen, welchen ich selber entwerfe und baue.

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Welche Projekte und Momente in Ihrer künstlerischen Laufbahn haben Sie rückblickend besonders geprägt?

Mein erster eigener Vergrößerer und die langen Nächte in der Dunkelkammer. Die Magie vor meinen Augen das latente Bild entstehen zu sehen. Die erste Belichtung mit einer Großformatkamera. Zu erleben, dass Menschen, die meine Arbeiten sehen, sich damit verbinden können. Die Geburt meiner Kinder. Die Erkenntnis, dass alles kommt und geht. Die Liebe zu meiner Frau.

An was arbeiten Sie aktuell und was wollen Sie künstlerisch noch erreichen?

Gedanklich beschäftige ich mich immer mit vielen Dingen gleichzeitig. Meine Serie „Quellen“ wird gerade fortgesetzt und etwas Abstraktes aus Fotogrammen steht kurz vor der Fertigstellung. Ich habe gelernt, dass meine Arbeit nicht nur aus meiner Fotokunst besteht. Es ist das Leben als solches, was mich als Künstler prägt. Die Vielseitigkeit meines Seins ist auch in meinen Bildwerken zu erkennen. Das ist mir wichtig. Mein Anspruch ist Kunst zu machen, die lebendig und zugänglich ist. Mal sehen, ob mir das weiterhin gelingt.

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Warnow, 2011, Fotografie, 120×150 cm

 

 

Die Webseite des Künstlers: http://www.florianrexroth.de/

Florian Rexroth auf Singulart: https://www.singulart.com/de/k%C3%BCnstler/florian-rexroth-754

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