Die Malerin Ute Laum im Gespräch mit Singulart

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Können Sie sich uns kurz vorstellen? Welche Ideen vertreten Sie in Ihrer Kunst?

Mein Name ist Ute Laum und ich arbeite als freischaffende Malerin in Kritzmow bei Rostock.

Für mich ist Malerei eine Art von Sprache, die jeder auch ohne Vorkenntnisse verstehen kann.
Sie ist bildliche Fixation von Erlebtem, Erinnertem und Erfühltem und weckt im günstigsten Fall eigene Assoziationen des Betrachters.
Zudem sind meine Bilder für mich so etwas wie Forschungsobjekte und entstehen vorzugsweise ungeplant.
Ich jongliere mit Farben. Mein größtes Vergnügen ist es, immer wieder neu zu entdecken, wie die Pigmente im Kontext wirken.
Den Satz, jede Farbe ist nur so wirkungsvoll, wie es ihre unmittelbare Nachbarfarbe zulässt, bestätigt zu sehen. Zu erleben, wie ein Grauton jedes Visavis erstrahlen lässt.
Und das Ganze in eine gute Komposition einzubetten. Schwerpunkte zu setzen und zu beobachten, wie der Ein- und Austritt der Linien den Gesamteindruck nachhaltig beeinflusst. Zu entdecken, dass jedes Bild ein fein austariertes Gleichgewicht besitzt und ein kleiner, gezielter Eingriff eine große, nachhaltige Veränderung bedeuten kann.

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Protected area, 2018, Acrylmalerei auf Leinwand, 100×100 cm

Wo finden Sie die Inspiration für Ihre Gemälde?

Meine Inspiration beziehe ich aus der Natur. Am liebsten der unberührten Natur. Vor vielen Jahren konnte ich mir den Traum von einem Leben am Meer erfüllen. Insofern sind meine Themen fast immer Küstenlandschaften und ihre Besonderheiten: der Himmel, die Weite, die speziellen Lichtverhältnisse, die Vegetation.

Wie hat sich Ihr Werk über die Jahre verändert hin zu dem, das es jetzt ist?

Meine Bilder sind zunehmend abstrakter und freier geworden. In meiner Jugendzeit wurde grosser Wert auf präzises und sauberes Ausmalen vorgefertigter Felder gelegt. Also das Gegenteil von dem, was kreatives Arbeiten ausmacht. Ich bemühe mich täglich, diesen mir in der Kindheit anerzogenen Hang zur Perfektion abzulegen und das ist schwieriger als man annehmen mag.

Welche Ausstellungen oder Projekte haben Sie und Ihr Schaffen bisher am meisten geprägt und beeinflusst?

Ganz in meiner Nähe liegt die ehemalige Künstlerkolonie Schwaan. Mein unbedingter Wunsch nach Malerei entstand beim Besuch einer Ausstellung mit Bildern von Rudolf Bartels (1872-1943), einem ihrer bekanntesten Vertreter. Bartels hat unzählige Studien zum Thema „Laternenkinder“ angefertigt, die sich mit farbigen Lichtreflexen in der Dunkelheit beschäftigten. Gleichermaßen interessant fand ich seine Arbeitsweise mit einem großen Pinsel, dessen Gebrauch ein gewisses Mass an Abstraktion automatisch erzwingt.

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Winter’s stars II, 2017, Acrylmalerei auf Leinwand, 50×50 cm

Wie kann man sich Ihr Atelier und Ihre Herangehensweise bei der Arbeit vorstellen?

Mein Atelier liegt in Obergeschoss meines Wohnhauses. Der Raum ist bis auf den Boden komplett in Weiss gehalten, damit mich möglichst wenig ablenkt. Ich arbeite grundsätzlich auf der Staffelei und immer an mehreren Bildern parallel. Um die Wirkung der Gesamtkomposition zu überprüfen, marschiere ich nach wenigen Pinselstrichen zum entlegensten Punkt des Raumes und wieder zurück, was im Laufe der Stunden zu Laufleistungen in Kilometern führt. Wenn ein Bild in das Stadium „interessant….könnte etwas werden“ eingetreten ist, beginne ich damit, es zu unterschiedlichen Zeiten zu den verschiedensten Stellen des Hauses zu tragen um zu sehen, wie sich die jeweiligen Lichtverhältnisse dort auswirken. Besonders kurz vor der völligen Dunkelheit bekomme ich eine gute Vorstellung davon, wie die Anteile des Bildes an Helligkeiten und Dunkelheiten noch verändert werden sollten.

Haben Sie eine Vorstellung, wie Sie sich in den nächsten Jahren künstlerisch entwickeln wollen?

Ich möchte besser werden. Das ist das alleinige Ziel. Für alle anderen Entwicklungen bin ich völlig offen, damit das Abenteuer Malerei auch Abenteuer bleibt.

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Arctic Fron (SOLD), 2018, Acrylmalerei auf Leinwand, 80x80cm

Ute Laum auf Singulart: https://www.singulart.com/de/k%C3%BCnstler/ute-laum-1002

Die Webseite der Künstlerin: http://www.utelaum.de/

3 Gedanken zu „Die Malerin Ute Laum im Gespräch mit Singulart

  1. Interessante Eindrücke in Deine künstlerische Betrachtungs- und Herangehensweise. Faszinierende Bilder, die berühren und etwas in einem auslösen, das man gar nicht genau erklären kann. Weiterhin viel Erfolg und Freude beim künstlerischen Schaffen!

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