Wie kamen Sie zur Kunst ?

 

Ich bin zur Kunst gekommen, da ich einen Weg finden wollte die Fülle, Harmonie und auch Schönheit dieser Welt darzustellen. Als Kind bin ich sehr krank gewesen und war alleine in einer Klinik. Dieses Erlebnis hat mich sehr geprägt und meinen Überlebenswillen gestärkt. Ich bin in eine neue, spirituelle Ebene gelangt. Dies äußert sich in meinem buddhistischen Weg, den ich seit 35 Jahren gehe, auch als ausgebildete Meditationslehrerin…

 

Die andere Seite dieses Kindheitserlebnisses war, dass ich immer kreativ war und sein wollte. Für mich ist es eine große Freiheit als Künstlerin zu leben und zu arbeiten.

 

Das lichtvolle Sein, 2010, Öl auf Leinwand, 100 x 100 cm

 

Um mich meinen Werken völlig hingeben können, muss ich innerlich und äußerlich frei sein. Dies war ein langer, nicht immer einfacher Weg, und es hat lange gedauert bis ich ganz frei sein konnte. Zunächst habe ich Graphik Design studiert und mich dann mit Anfang 30 entschieden, wirklich das zu tun, was tief in meinem Inneren war – und das war malen. Dann habe ich 10 Jahre aquarelliert, 10 Jahre in Acryl gearbeitet und heute arbeite ich fast ausschließlich in Öl.

 

Ich liebe weiße Leinwände, da sie mir Raum geben, etwas völlig Neues zu kreieren und ich mich in alle Richtungen ausdehnen kann. Mittlerweile muss ich sagen, fange ich einfach an zu malen und bin viel spielerischer in meiner Herangehensweise. Davon habe ich immer geträumt.

 

Licht und mehr, 2011, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm

 

Woher nehmen Sie Ihre Kreativität und woher kommen Ihre Inspirationen?

 

Bei mir ist es in erster Linie meine Liebe zur Welt und mein Glaube, der durch die Werke durchscheint.

 

Auf der äußeren Ebene inspiriert mich das Licht in der Landschaft, die Atmosphäre, die kulturellen Ausprägungen und viele andere Details.
Die innere Ebene ist meist eine Zeit oder eine Emotion, die ich durchlebt habe. In meinen Werken verarbeite ich meine ganz persönlichen Geschichten. Aus diesem Grund habe ich 3 Jahre nur in schwarz-weiß gearbeitet Dabei benutze ich eine subtile, sehr eigene Zeichensprache, die alles in gewisser Weise verschlüsselt. Der Betrachter ist nicht direkt involviert in meine Gefühle. Es besteht nach wie vor eine gewisse Distanz und in jedem Bild steckt ein Geheimnis. Ich empfinde es ebenfalls als aufregend wie meine Kunstwerke Menschen und Räume verändern können.

 

Rot I, 2016, Öl, Bleistift, Tusche auf Leinwand, 50 x 20 cm

 

Gibt es immer wiederkehrende Motive in Ihren Arbeiten?

 

Ich arbeite fast nur in Serien, denn mit einem Bild allein kann ich nicht alles aussagen. Eine Serie ist erst dann wirklich ausgereift, wenn es nichts mehr zu diesem Thema zu sagen gibt.

 

Am Anfang meiner abstrakteren Gemälde war mein Thema: Muster… auch um diese zu überwinden. Heute sind diese Muster oft in einer freien, gestischen oder grafischen Sprache in meine Bilder eingewebt. Mein großes Ziel war es eine ganz eigene, unverkennbare Handschrift zu entwickeln, mit der ich, egal was ich male und welches Thema ich bearbeite – immer wiedererkennbar bin.

 

Während der Meditation kommen alle Schattenseiten hoch z.B. das Gefühl der Einsamkeit. Für mich gilt es dann, diese Themen in eine graphische und malerische Sprache umzusetzen. Ich wiederhole mich nicht, sondern entwickle mich stetig weiter. Meine Bildsprache ist immer erkennbar.

 

Transit to another world IV, 2015, Öl, Bleistift, Tusche auf Leinwand, 50 x 50 cm

Welche Künstler bewundern Sie?

 

Matisse ist mein absoluter Lieblingsmaler! Er hat mich insbesondere geprägt als ich anfing abstrakt zu werden. Anfangs habe ich Matisse nicht verstanden. Doch nun wenn ich seine Originale sehe, dann ist es jedes Mal ganz wunderbar. Er hat eine absolut subtile Farbwahl! Ach – mir gefallen so viele Künstler… z.B.: Richard Diebenkorn, ein amerikanischer Maler , Paul Klee oder auch Fabrizio Plessi.

 

Unter blauem Himmel, 2009, Öl auf Leinwand, 70 x 70 cm

Wie kann man sich Ihr Atelier vorstellen?

 

Ja – mein Atelier ist relativ aufgeräumt ist. Ich brauche eine gewisse Ordnung um voll und ganz unabgelenkt in die Sphäre eintauchen zu können, die ich brauche um in die Ebene der creativen Energie zu gelangen. Ich kann mich erst dann voll in den Raum begeben, wenn es keine Grenzen gibt, auch keine zeitlichen.

 

Während des Schaffensprozesses ist man verloren für die ganz normale Welt und drückt das aus, was einen bewegt. In meinem Atelier riecht es so wunderbar nach Farben und nach Arbeit! Meine Leinwände und Farben haben einen ganz speziellen Geruch und wenn ich mein Atelier betrete, breitet sich sofort Freude und Lust aus, zu malen und in meine Themen einzutauchen. Die Freude und die Kraft, die in meinen Bildern ist, dies möchte ich an die Betrachter meiner Bilder weitergeben.

 

Traum und Sehnsucht, 2010, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm

 

 

Irmi Aumeier auf Singulart: https://www.singulart.com/de/k%C3%BCnstler/irmi-aumeier-1342

 

 

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