Kannst du dich uns kurz vorstellen? Wie kamst du zur Kunst ?

 

Aufgewachsen in einem kleinen Dorf in Kärnten habe ich als kleines Mädchen sehr viel Zeit in der Natur verbracht, meine Kindheit war geprägt vom Spiel im Freien, kindlicher Fantasie und dem Lesen. Auch gezeichnet habe ich bereits früh und leidenschaftlich gern. Später im Studium der Kunst und Kunsterziehung in Salzburg blieb ich der Arbeit mit den Händen treu. Ich liebe es einfach mit den Händen zu erschaffen.

 

Zu Beginn meiner künstlerischen Arbeit beschäftigten mich eher melancholische, düstere Themen, begründet durch auch schwierige und traurige Zeiten während meiner Jugend. Immer schon interessierte mich die Ambivalenz, die ich in vielen Dingen entdecke und gerade diese Ambivalenz ist es, die mich bis heute fasziniert und sich in den meisten meiner Arbeiten widerspiegelt. Und das, obwohl meine Werke leichter und verspielter geworden sind. Die Zeichnung – das Hauptmedium in meinen Werken – fasziniert mich aufgrund ihrer Klarheit und Direktheit. Sie bedarf eigentlich weder der Farbe noch des Raums, auch wenn ich in neueren Arbeiten auch zart Farbe einfließen lasse.

Paradies Drei Grazien 1, Bleistift, Kreide auf Papier, 2007

Mit welchen Techniken arbeitest du?

 

Mein Schwerpunkt liegt seit jeher schon ganz klar auf der Zeichnung, auch wenn Objekt, Video und Fotografie immer wieder ergänzend eingesetzt werden. Für meine aktuellen, abstrakten Serien habe ich für mich den Scherenschnitt entdeckt – die Werke „life lines“ zeigen filigrane Geflechte aus Fäden, geschnitten aus Papier.  Diese nicht-figurativen Arbeiten bringen für mich eine Abwechslung zu meinen meist figurativen oder realistischen und sehr genau gezeichneten Werken und lassen meinen Geist zur Ruhe kommen. Mir ist wichtig, dass es einen roten Faden durch meine Kunst gibt, der – wie ich hoffe – auch trotz unterschiedlicher Ausdrucksweisen und Medien für die Betrachter gut sichtbar ist.  Sich auf ein Medium oder einen Ausdruck festzulegen ist wie sich auf eine einzige Sprache festzulegen und starr zu bleiben. Leben ist Wandel und Kunst ist Ausdruck von Leben.

 

Wie würdest du deine Kunst beschreiben?

 

Ich verwende grundsätzlich wenig Farbe und meine grafischen Werke sind charakterisiert durch einen klaren Zeichnungsstil. Motive haben für mich häufig symbolhafte Bedeutung und auch wenn manche Zeichnungen  auf den ersten Blick oft sehr verspielt und ästhetisch wirken, so läßt sich spätestens auf den zweiten Blick eine weitere, tiefgründigere Ebene entdecken. Des Weiteren darf auch immer wieder eine gewisse Art von Humor in meine Werke mit einfließen. Ich arbeite sehr gerne in Serien, denn erst im Laufe der Arbeit selbst erschliesst sich mir die Bedeutung und Vielschichtigkeit und das persönliche „Warum“ hinter  einer Serie. Zu einem Teil zumindest. Eine Arbeit ist meist ein grosser Zeitaufwand und ich geniesse es, mich dem Prozeß hinzugeben. Die Ausführung hat bei mir fast meditativen Charakter, sehr selten zeichne ich drauf los, meist liegt dem Ganzen ein relativ genaues Konzept zugrunde.

Was bedeutet dir die Kunst?

 

Kunst ist eine Sprache, die weit über die Worte hinausgeht. Kunst arbeitet ganz stark mit dem Unbewussten und dem Unterbewusstsein. Nicht umsonst sind Bilder heutzutage von immer größerer Bedeutung. Für mich  ist es immer wieder spannend und faszinierend, wie Kunstbegeisterte – die selbst nicht künstlerisch tätig sind – sich auf ein Kunstwerk bzw. den Dialog mit einem Künstler und seiner Welt einlassen können.

 

Wie kann man sich dein Atelier vorstellen?

 

Chaotisch mit einem immer wiederkehrenden Versuch zur Ordnung, der immer wieder scheitert. Momentan zu klein.

https://www.singulart.com/fr/artiste/birgit-pleschberger-1601

 

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