Interviews

Ulrike & Philip Langen im Gespräch

Als Künstlerehepaar verbindet Philip und Ulrike Langen im Besonderen die Liebe zur Kunst, vor allem die zur Porträtmalerei. Beide aus der Modebranche kommend,  hat jeder im Laufe der Zeit eine unverwechselbare Bildsprache entwickelt, in Ausdruck als auch in Technik. Durch ihre beiden unterschiedlichen Stile (klassische Malerei mit Pinsel und digitale Medien) prallen zwei Mal-/Porträtwelten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Wo diese beiden Künstler Ihre Inspiration finden, können Sie in diesem Interview nachlesen. Das Gespräch führte Annika Nein.

Was machen Sie morgens, sobald Sie aufgewacht sind?

Uns daran erinnern, dass der Gedanke allein schon “zu sein”, Anlass genug ist für eine ständige stille Freude. Das Glück ist zu leben, alles was geschieht, ist ein zusätzliches Geschenk.

Was inspiriert Sie besonders?

Ulrike Langen, "Nostalgia Girl I", Acrylic auf Leinwand, 80x80cm, 2016
Ulrike Langen, „Nostalgia Girl I“, Acryl auf Leinwand, 80x80cm, 2016

Inspiration suchen wir nicht. Wir finden Sie: in der Kunst, auf der Strasse, in der Natur, im Leben, getreu dem Motto Picassos: „Ich suche nicht, ich finde“. Es ist unser Glaube, der durch die Werke scheint. In unseren Bildern, so unterschiedlich sie sind, verarbeiten wir, was uns beschäftigt, letztendlich unser Selbst. Wir Menschen kennen die ganze Welt, aber uns selbst kennen wir nicht. Die größte Entdeckung, die wir in einem Leben machen können, ist uns SELBST zu entdecken

Wie sieht Ihr Arbeitsplatz aus?

Unser gemeinsames Atelier (aufgeteilt in mehrere unterschiedliche Räume) zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Erdgeschoss unseres Hauses.  Es riecht immer nach Fixiermitteln oder Farben. Alle Wände hängen voll mit aktuellen Bildern. Schreibtisch und Computer sind neben Leinwänden und Papierrollen der Mittelpunkt unserer Arbeit. Unser eigentlicher Wohnbereich befindet sich im ersten Stock unserer VILLETTA D`ARTE (Kleine Kunstvilla). Unser Leben und Wirken spielt sich jedoch täglich in unserem Atelier ab, auch an den Wochenenden.

Ulrike und Philip Langen in Ihrem Atelier

Würden Sie uns Ihre Maltechniken und Ihre Stile beschreiben?

Ulrike Langen: Jedes Kunstwerk besteht aus Malerei und Zeichnungen (echte Handarbeit), die am Ende des kreativen Arbeitsprozesses mit Einsatz von Scanner und Computer zu einer neuen Form verarbeitet werden. Innerhalb limitierter Auflagen ist jedes Werk ein handsigniertes, nummeriertes Original, das jeweils durch abschließende Überarbeitung von Hand Unikatcharakter erlangt. Mit ausdrucksstarken femininen Porträts setze ich Pop Art wirkungsvoll in Szene, getreu der Tradition meiner Vorbilder und doch ganz nah am aktuellen Zeitgeist; indem ich ein beziehungsreiches Spiel aus Malerei und modernen Bildtechniken inszeniere. Meinen Stil bezeichne ich als “Sophisticated Pop”.

Philip Langen, "Danke", Acryl auf Leinwand, 30x30cm, 2019
Philip Langen, „Danke“, Acryl auf Leinwand, 30x30cm, 2019

Philip Langen: Ich bin ein vielseitiger Künstler, ein virtuoser Maler ebenso wie ein hervorragender Zeichner. Obwohl das Porträt in meinem Schaffen qualitativ und quantitativ einen wichtigen Stellenwert einnimmt, schaffe ich Werke in den unterschiedlichsten Sujets und Techniken. Dies entspricht ganz meinem eher spontanen und experimentellen Charakter. Stets thematisiere ich die Begegnung des Menschen mit sich selbst. Dabei spielen Figuration und Farbe für mich eine zentrale Rolle. Ich benutze gekonnt gestische Pinselstriche und in mehreren Schichten aufgetragene Farbe, um meinen Bildmotiven Ausdruck zu verleihen. Meinen Stil bezeichne ich als “Expressiv Art”.

Beeinflussen Sie sich gegenseitig in Ihren jeweiligen Arbeiten oder Arbeitsprozessen? 

Interessanterweise greifen wir häufig, unabhängig voneinander, zu den gleichen Bildelementen, da wir oft dieselben äußeren Inspirationsquellen auffangen. Letztendlich sind unsere Werke jedoch so unterschiedlich wie unsere Charaktere.

Was sind die wichtigsten drei Utensilien in Ihrem Atelier?

Liebe, Freude und Enthusiasmus.

Ulrike Langen, "Nostalgia Girl II", Acryl auf Leinwand, 80x80cm, 2016
Ulrike Langen, „Nostalgia Girl II“, Acryl auf Leinwand, 80x80cm, 2016

Woran machen Sie fest, dass ein Kunstwerk fertig ist?

Wenn unsere Intuition “JA” sagt, ist das Bild fertig. Dennoch kommt es vor, dass wir an unseren Bildern ein oder mehrere  Tage später nochmals „herumbasteln“. Jedoch werden sie dadurch in der Regel nicht besser oder schöner. Wie heißt es doch so schön: Im Anfang liegt alles.

Wie entspannen Sie sich nach einem langen Arbeitstag?

Uns Zeit nehmen für uns selbst, für ein gutes Buch, für entspannende Musik und für ein gutes Essen.

Was ist Ihr Lieblingsaspekt in Ihrem kreativen Arbeitsprozess?

Irgendwann muss ich mich entscheiden, will ich werken oder „wirken“. Werken heißt, etwas zu tun, mit einer bestimmten Absicht, einem Ziel, einem Ergebnis, ein bestimmtes Werk.
Wirken heißt, handeln aus dem Sein, im Einklang mit der Schöpfung zu tun, was zu tun ist.

Philip Langen, "Rosen", Acryl auf Leinwand, 40x30cm, 2019
Philip Langen, „Rosen“, Acryl auf Leinwand, 40x30cm, 2019

Ohne auf das Ergebnis zu achten und ohne auf einen Lohn zu warten. Einfach handeln, um sich Selbst und den Augenblick zu erfüllen. Wirken kann man an jedem Platz, ganz gleich, wo man steht. Es ist nicht die Frage WAS ich tue, oder WIE ich es tue, sondern ALS WER ich es tue. Die „Ästhetik des eigenen Handelns“ zu entdecken und sich ganz auf das einzulassen, was man gerade tut. Das ist unsere Intention, unser Lieblingsaspekt in unserem kreativen Wirkprozess.

Vielen Dank Ulrike und Philip! Sehen Sie mehr Werke von dem spannenden Künstlerpaar auf den Seiten von Ulrike und Philip.

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